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„Ökologie ist wichtig für wirtschaftlichen Erfolg“

23. März 2011

Eßlinger Zeitung 18.3.11

ESSLINGEN/WOLFSCHLUGEN: Der grüne Bundespolitiker Fritz Kuhn unterstützt die Landtagskandidatin Andrea Lindlohr

Die Gemeinde Wolfschlugen gehört bei der Landtagswahl am 27. März erstmals zum Wahlkreis Esslingen. Um für sich und die Ideen ihrer Partei auf neuem Gebiet zu werben, hatte die Grünen-Kandidatin Andrea Lindlohr in die Hexenbanner-Stuben eingeladen – und präsentierte ein politisches Schwergewicht aus Berlin. Fritz Kuhn, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, referierte über „Grünes Licht für neue Jobs“. So hieß zumindest der Titel seines Vortrags.

Für einen Grünen-Politiker gibt es allerdings angesichts der aktuellen Ereignisse in Japan genügend Gründe, von der Tagesordnung abzuweichen. So erzählte auch Andrea Lindlohr in ihrer Einführung erst einmal davon, dass sie wegen der Atomkatastrophe auf der asiatischen Insel große Probleme habe, „den Fernseher auszumachen. Das raubt mir den Schlaf“. Ihrer Meinung nach haben das Erdbeben und seine Folgen eine „neue politische Diskussion ausgelöst“. Und die scheint die Grünen noch mehr zu beflügeln, als es die Umfragewerte eh schon tun.

So ließ auch Fritz Kuhn in seinem Vortrag keinen Zweifel daran, dass erstens ein Regierungswechsel nach fast sechs Jahrzehnten CDU an der Spitze des Landes dringend notwendig sei, und zweitens die neue Regierung Grün-Rot und nicht Rot-Grün leuchten werde. „Die CDU ist jetzt 57 Jahre an der Macht. Sie hat begonnen, Baden-Württemberg als etwas zu sehen, was ihr gehört. Das ist nicht gut für ein Land“, sagte Kuhn. Auch am Ministerpräsidenten ließ er kein gutes Haar. „Stefan Mappus will sich über die Wahl mogeln“, kritisierte der grüne Bundespolitiker und zielte damit besonders auf den Kurs der CDU in der Atompolitik ab. Die Bedenken der Konservativen, dass ein Abschalten der Atomkraftwerke zu einer Stromlücke führen könnte, wies Kuhn zurück: „Wir haben einen Überschuss an Strom. Gehen sie denen nicht auf den Leim“, rief er den Zuhörern in den Hexenbanner-Stuben zu.

Nachdem Kuhn sich am politischen Gegner und den aktuellen Ereignissen abgearbeitet hatte, kam er doch noch auf das eigentliche Thema seines Vortrags zu sprechen: Arbeit. Für ihn sind die grundlegenden Krisen weltweit noch nicht beendet. Sowohl im sozialen als auch im ökologischen und ökonomischen Bereich seien die Probleme weiter offensichtlich. Erst wenn dieses Dreiecks-Verhältnis stimme, könne es der Gesellschaft gut gehen. Kuhns Kernsatz: „Die Ökologie ist wichtig geworden für wirtschaftlichen Erfolg.“ Nur wer sich in diesem Bereich um Innovationen kümmere, bringe das Land voran. Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke hält Kuhn deshalb für einen „Sperrriegel“ für die Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien.

Jobmotor erneuerbare Energien?

Seit 1998 – dem Start der rot-grünen Bundesregierung – habe man in dieser Branche mehr als 300 000 neue Jobs geschaffen. Deshalb müsse hier mehr Infrastruktur geschaffen werden, wie etwa Biogasanlagen. Masse sei dort nicht gleich Klasse. Denn wenn diese Anlagen zu groß seien, könne die Abwärme nicht effektiv genutzt werden, sagte Kuhn.

Auch in der für die Region Stuttgart so wichtigen Verkehrspolitik müsse ein Neustart her. Denn die Automobilindustrie habe die Forschung im Bereich der emissionsfreien Motoren verschlafen. Kuhn will auch das Schienennetz verbessern. Er glaubt weiterhin, dass Stuttgart 21 gestoppt werden könne. Das Geld müsse für die „Pflichtaufgaben“ genutzt werden, denn: „Die Arbeitsplätze liegen im Verkehrssystem.“

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