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Neue Wege in der Bildungspolitik – in Aichwald

11. Mai 2012

Mit Rektor Bihl in der Ortsbücherei Schanbach

Am 3. Mai 2012 diskutierte ich in der Ortsbücherei Aichwald mit Bürgermeister Nicolas Fink und Rektor Wolfgang Bihl über mögliche Auswirkungen der neuen grün-roten Bildungspolitik auf den Schulstandort Aichwald. Eingeladen hatte der grüne Ortsverband rund um Irene Schumann.

Bis 2020 werden die Schülerzahlen in Baden-Württemberg um ca. 21 Prozent einbrechen. Außerdem wollen immer weniger Schüler auf die Hauptschule: Vor 15 Jahren waren das noch 37 Prozent, letztes Jahr – noch ohne grün-rote Veränderungen –  waren es noch 24 Prozent, und mit dem neuen Elternwahlrecht geht landesweit der Anteil stark zurück. Viele Haupt- und Werkrealschulen sucher daher schon länger nach einer neuen Perspektive.

Die neue Möglichkeit längeren gemeinsamen Lernens, die wir als grün-rote Koalition mit den Gemeinschaftsschulen schaffen, ist eine dieser Perspektiven. Pädagogisch eröffnen sich Schülerinnen und Schüler aus sogenannten bildungsfernen Familien bessere Möglichkeiten für eine weiterführende Schullaufbahn. In Baden-Württemberg erreichen Akademikerkinder im Vergleich zu Kindern aus nicht-akademischen Familien laut Chancenspiegel der Bertelsmann Stiftung 6,6 mal häufiger die Hochschulreife. In Deutschland liegt der Faktor bei 4,5. Bei unserer Bildungsgerechtigkeit, die ja zugleich auch ein Maß für zu wenig genutzte Talente unsere Kinder ist, können wir alos noch viel erreichen.

Für die Aichwalder Grund- und Hauptschule zeichnete Rektor Wolfgang Bihl ein positives Bild: Das Angebot der Werkrealschule würde gut angenommen, was die Anmeldezahlen mit 14 Kindern in der neuen fünften Klasse zeigten. Individuelle Förderung und Offenheit für neue Formen des Lernens hätten für die Grund- und Hauptschule schon immer Priorität gehabt, sie habe sich deshalb auch als „Projektschule für kooperatives Lernen“ qualifiziert. Dennoch wolle man sich dem Gedanken einer Gemeinschaftsschule nicht prinzipiell verschließen mit der Vision, eines Tages einen eigenen Realschul-Abschluss anbieten zu können. Die Furcht, gute Schüler würden durch gemeinsames Lernen mit schwächeren ihre Motivation verlieren, sei wissenschaftlich widerlegt und die Vorzüge längeren Lernens am Wohnort seien nicht zu unterschätzen. Letztlich läge jedoch die Entscheidung bei den Eltern.

Auch Bürgermeister Nicolas Fink sieht die Aichwalder Schule auf einem guten Weg. Die Gemeinde habe in den letzen 5 Jahren 2,5 Mio. € investiert und somit viel zur Standortsicherung beigetragen. Besonders hob er den guten Dialog zwischen Schule, Eltern, Verwaltung und Gemeinderat hervor, der sich nicht auf die regelmäßigen Schulkonferenzen beschränke. Durch Kooperation mit dem Jugendhaus Domino und die Kernzeitbetreuung gäbe es schon heute ein gutes Ganztags-Angebot, welches in Zukunft noch ausgebaut werden könne.

Im Gespräch bewegten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur die Fragen der Schulstruktur, sondern auch die frühkindliche Bildung und die Lehrerfortbildung. Danke an die Aichwälder für den schönen bildungspolitischen Abend!

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