. . Startseite | Sitemap | Impressum | Anmelden

Porsche hat sich verzockt: Nachhaltige Unternehmensführung geht anders

27. Juli 2009 | Beitrag kommentieren »

Ist „Ein Lob auf den Größenwahn„, das die FAS zur halben Entschuldigung Wendelin Wiedekings gestern vorbrachte, angebracht am Ende der Klimax-Woche des seit Monaten und länger aufgeführten Porsche-VW-Dramas? Ich meine nein. Psychologische Einzelbetrachtungen über diesen und jenen Manager, der als ganzer Kerl oder wie auch immer einsame Entscheidungen getroffen habe, gehen ohnehin an der Realität der Unternehmen vorbei.

Porsche ist mit seinem Plan, die 15-mal größere Volkswagen AG zu übernehmen, strukturell gescheitert. Die Idee, dass der Kleine den Großen durch den teils verborgenen Erwerb von VW-Aktien und Aktienoptionen, finanziert mit Fremdkapital, schluckt, war falsch. Die Financial Times Deutschland nannte Porsche sogar einen Hedgefonds. Der Plan konnte – wie im Fall Schaeffler/Conti – nur in einer hoffentlich vergangenen Zeit entstehen: der der weltweiten Finanzmarktblase mit zu billigem Geld und zu wenig Transparenz auf den Finanzmärkten.

In der Öffentlichkeit ist der Schaden durch den auch von Politikern wie dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) betriebenen Streit groß: So meldet die Wirtschaftswoche, dass Porsches Markenimage von April bis Juli von 69 auf 49 sogenannte BrandIndex-Punkte gefallen sei. Ob der Schaden sich auch in Arbeitsplatzverlusten bei uns in der Region zeigen wird, wissen wir noch nicht.

Ganz abgesehen davon, dass Porsche Autos verkauft, die dem Anspruch einer klimaschonenden Mobilität wahrlich nicht gerecht werden: Zocken trägt einfach nicht. Nachhaltige Unternehmensführung, wie wir sie brauchen, geht anders.