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Darßbahn und Touri-Fähre

5. September 2013 | Beitrag kommentieren »

Wieder an die Ostsee! Die mich auch in diesem August wieder mit ihrer Ruhe und gemäßigten Temperaturen lockt. Mit Schienenanschluss sollte mein Ostsee-Urlaubsort bisher immer sein. Aber nach Usedom, Rügen, der Lübecker Bucht und dem polnischen Hinterpommern versuche ich es nun ohne auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Recht zügig geht es im IC ab Hamburg, wo ich noch eine der sehr guten politischen Stadtführungen des Kollegen MdB Manuel Sarrazin besuche, nach Ribnitz-Damgarten. Die folgenden 1:20h im lokalen Bus zeigen zwar hübsch alle Einzelheiten der Halbinsel auf, aber der Busfahrer hat Stress und fährt eilig rumpelnd seinem Fahrplan hinterher.

Mit dem Bus in der Zingster Bahnhofstraße (sic!) ankommend lerne ich, dass ich bis 1945 mit der Darßbahn bis zu meinem Urlaubsorte hätte rollen können. Leider wurden die Gleise über die Meiningenbrücke 1947 abgebaut. Die Darßbahn wird von der UBB nur noch bis Barth betrieben. Und wenn ich die örtliche Auseinandersetzung bezüglich einer Verlängerung richtig verstanden habe, bleibt es vorerst auch dabei.

Was bleibt mir für den Rückweg? Eine 12€ teure Touri-Fähre über den Bodden von Zingst nach Barth, die wir mit unpassend großem Reisegepäck bevölkern. Die Fahrt durch den Bodden, vorbei an berühmten Vogelschutzinseln und durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, ist dafür einfach wunderschön.

Mit dem TLK durch Polen

22. August 2013 | Beitrag kommentieren »

Sommer 2012 (!), und ich kann endlich meine Ankündigung umsetzen, die Danziger Bucht (wenigstens teilweise) per Bahn zu bereisen. Nach eindrucksvollen Tagen in Danzig, das jedem Besucher seine Geschichte von Krieg und Frieden, von Zerstörung und liebevoller Rekonstruktion, von Unterdrückung und Freiheitswillen erzählt, geht es westwärts in das Ostseebad Ustka.

Die Vorbereitung ist recht einfach: Auf bahn.de ist der polnische Fahrplan eingespeist, und auch die Seite der polnischen Staatsbahn ist einfach zu bedienen. Wunderbare literarisch-praktische Vorfreude macht dazu Steffen Möllers ‚Expedition zu den Polen. Eine Reise mit dem Berlin-Warszawa-Express‘, das ich mir vorab vergnügt einverleibe.

Die Strecke unterhalb der Ostseeküste wird jedoch nicht vom polnischen IC, sondern vom günstigeren TLK bedient. Mit wild gemischtem Wagenmaterial – unserer gleicht einem alten D-Zug – rollen wir gemächlich die Dreistadt entlang. Nach Gdynia geht es flotter nach Slupsk. Dort schleichen wir unsicher herum, bis wir verstehen, dass nicht das Gleis, sondern der Bahnsteig angezeigt wird. So finden wir unseren nächsten TLK, sommerlich mit Ostsee-Touristen wie uns gefüllt. Alles nicht gerade up to date, aber recht gemütlich – nur die Ein- und Ausstiege sind wirklich nichts für Fußkranke.

Heimwärts geht es später über Berlin in einer nicht so gemütlichen Variante in Regionalzügen über Slupsk, Stettin und Angermünde. Wohl keine Variante für ÖV-Einsteiger – aber da gibt ja noch den Berlin-Warzsawa-Express, s.o.!

Politisch engagieren, um die Welt zu verbessern

14. März 2011 | 1 Kommentar »

Stuttgarter Wochenblatt 10.3.2011

Grünen-Kandidatin Andrea Lindlohr: „Werde mit offenem Ohr für Bürger da sein“

Von Rebecca Stahlberg – ESSLINGEN

Beim Erwachsenwerden sei sie politisch geworden, erzählt Andrea Lindlohr bei Kaffee und Pfirsichkuchen im Café Emil in Esslingen. „Ich habe mich für die Welt interessiert und mich gefragt, wie man es besser machen kann“, erzählt die 36-Jährige. „Durch andere Jugendliche in meinem Umfeld bin ich ökologisch geprägt worden und habe mit meinen Mitschülern viel über Politik diskutiert.“ Als erstes Mitglied in ihrer Familie habe sie dann die Möglichkeit gehabt zu studieren. „Ich musste mir überlegen, ob ich etwas studieren kann, das mich wirklich interessiert oder ob ich ein Fach wählen sollte wie BWL, damit ich später niemandem auf der Tasche liege“, erklärt sie.

Die Rheinländerin entscheidet sich schließlich für Politikwissenschaft und Soziologie und zieht nach Tübingen. „Während des Studiums war ich sehr aktiv in der Fachschaft und in Hochschulgremien. Umweltfragen haben mich immer sehr beschäftigt“, erinnert sie sich. Lange habe sie darüber nachgedacht, bei Bündnis 90/Die Grünen einzutreten. Boris Palmer habe sie schließlich überzeugt, indem er gesagt habe: „Wir brauchen noch eine Frau für den Kreisvorstand“. Der Frauenanteil der Bewerber für die aktuelle Landtagswahl liege übrigens leider nur bei 17,5 Prozent, erzählt sie bedauernd.  … weiterlesen »

Frauen-Bus

17. Februar 2011 | Beitrag kommentieren »

Heute abend auf dem Weg zum Landtagswahl-Podium des Esslinger Gesamtelternbeirats in die Ex-Burgschule, seit gestern Katharinenschule. Gute, konzentrierte Bildungsdiskussion. Die schwarz-gelbe ‚Neue Werkrealschule‘, die beständig neue Varianten erfährt, konnte nicht wirklich punkten.

Jedenfalls: Eigentlich wäre es eine ideale Fahrradentfernung. Aber durch die Altstadt kann ich nicht und über den City-Ring will ich nicht radeln. Drum fahre ich geschwind drei Haltestellen mit dem 103er Richtung Zell. Viertel nach sieben. 30 Fahrgäste. Davon 27 Frauen und drei Männer. Letztere alle unter 25. Ich frage mich: Ist Busfahren weiblich – und stelle fest: ja! Hier dazu die Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (was es alles gibt ;-)).

Pliensauvorstadt bei Nacht

28. Januar 2011 | Beitrag kommentieren »

Nacht war es gar nicht, aber dunkel, als ich heute abend die Waldorfschule Esslingen zum Gespräch besuchte. Zentrales Thema: Der Finanzierungsanteil des Landes bei den Schulen in Freier Trägerschaft ist rückläufig. Er unterschreitet den gesetzlichen Mindestkostendeckungsgrad von 70,5%, insbesondere für die Klassen 1-4, wogegen die Waldorfschulen vor dem VGH Mannheim klagen. Zwar hatten CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag 2006 den Umstieg auf 80% zugesagt, aber aus dem Versprechen wurde nichts. Da müssen wir wohl ran.

Die Pliensauvorstadt ist ganz gut im Busnetz angeschlossen. Aber nach 19h wird der Takt dünn. Nach dem Gespräch hetze ich zur Haltestelle. Kein Mensch da. Der 103er kommt um 19.31h, sagt der Aushang-Fahrplan. 19.35h, sagt die elektronische Auskunft auf meinem Handy. 19.38h: Ich laufe los im leichten Schneetreiben. 19:45h: Der Bus fährt an mir vorbei.

Mein Traum: Elektronische Abfahrtanzeigen mit Echtzeit flächendeckend! Oder wenigstens online.

Ambivalentes Winterchaos

24. Januar 2011 | Beitrag kommentieren »

Ich mag kein Bahn-Bashing. Ich poste keine Facebook-Meldungen und Tweets über meine aktuellen Verspätungen trotz der vielen Stunden, die ich in Zügen sitze. Denn im Schnitt ist die Bahn ein viel angenehmeres Verkehrsmittel, als die Nur-Auto- fahrerInnen und Vielfliegenden denken. Ich werbe für diese ökologischere Fort- bewegungsweise. Aber die Krise vom Sommerstress über die Berliner S-Bahn bis zum Winterchaos hat politische Gründe durch Bahn-Börsengangspläne und Investitions- planungen für Unnötiges statt Notwendiges. Drum darf ich jetzt  mal jammern:

Vierter Advent, eine Fahrt ins Rheinland zu einem sehr schönen 80. Geburtstag. Aus dem Büro zum Hbf Stuttgart, wo erstmal gar kein ICE Richtung Mannheim fährt. In Köln habe ich 100 Minuten Verspätung. Was soll’s, Hauptsache gut angekommen. Zurück am Sonntag: Zwischen meinem Dorf und Köln bleibt die Regionalbahn liegen. ‚Wegen Weichenstörung‘, also nicht gewarteter Weichenheizung. Ein zweiteiliger Zug ohne Schaffner. Ganz schön verloren sind wir im zweiten Zugteil. Die Heizung fällt aus. Die einzige Toilette auch. Durst. Habe Tee dabei, aber traue mich nicht zu trinken. Links und rechts fahren Züge im dichten Netz vor Köln-Deutz an uns vorbei. Drei Durchsagen in anderthalb Stunden. Dann darf der Zug endlich zurücksetzen und auf einem anderen Gleis nach Köln fahren. Grrr.

Weihnachten hingegen ist alles pünktlich. Ich bin weiterhin froh, dass ich kein Auto fahren muss. Aber es ist wichtig, dass politisch schnell für mehr Verlässlichkeit im System Bahn gesorgt wird, sonst gehen große Kundenstämme für die Bahn verloren.

Lost in Neckar-Country

19. Juli 2010 | Beitrag kommentieren »

Samstag: Auf zur ersten Diskussion über das grüne Landtagswahlprogramm. KandidatInnen und Kreisvorstände treffen sich in Stuttgart-Vaihingen in einem Tagungshaus Nähe S-Bahn Österfeld. Ich moderiere den Workshop zum Thema Wirtschaft, Arbeit und Energie. Dank der S-Bahn-Rampensperrung wegen Stuttgart 21 bzw. dank des Stuttgart 21-S-Bahn-Chaos nun vorerst dauerhaft geänderten Fahrplans der S 1 (dazu meine PM) gehen schonmal 10 Minuten Schlaf drauf: Da wir Esslinger am Hauptbahnhof von der S 1 ind die S 3 umsteigen müssen, verlängert sich die Fahrtzeit von 29 auf 39 Minuten – einerseits nicht viel, andererseits: +34%.

Zurück auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof nur Durcheinander: Gewohnheitsmäßig laufe ich mich vielen anderen Richtung Gleis 2/3 zum Regionalexpress Richtung Tübingen. Dank S21-Baustelle erwartet uns dort stattdessen die S 6 nach Weil der Stadt. Verwirrte Blicke. Manche steigen ein, weil sie sich an der S1 wähnen, und wieder aus. Hektisches Rennen Richtung Gleis 13/14. Im Zug lauthalses Schimpfen auf Stuttgart 21.

Bus zum Baumarkt

6. März 2010 | 2 Kommentare »

Inzwischen bin ich umgezogen und wohne nun in Esslingen ganz zentral und mitten im Leben gleich neben dem DICK. Das ist wunderbar und auch politisch-ehrenamtlich praktisch dank des kurzen Weges zur Volkshochschule Esslingen habe, deren Fördervereinsvorsitzende ich bin.

Umziehen ohne Auto und Führerschein ist ernsthaft schwierig. Ohne hilfsbereite Menschen mit Führerschein und eigenem oder gemietetem Fahrzeug geht es nicht. Zum Glück fanden sich davon genug für die kleinen und großen Transporte (Danke!).

Vieles habe ich auch ohne Auto erledigen können: Als per Bus in das Gewerbegebiet Esslingens reisende Kundin des örtlichen Möbelhauses. Als treue, Kleinmöbel zu Fuß tranportierende Kundin von Innenstadtgeschäften. Und mit einer Baumarkt-Tour durchs Neckartal: Mit der S-Bahn neckarabwärts nach Untertürkheim. Zu Fuß in den großen Baumarkt. Bauteile für meine Garderobe gesucht, Badzubehör und Pflanzen eingepackt. Mit dem einen Bus nach Obertürkheim und dort ohne Wartezeit in den berühmten O-Bus. An der Stadtgrenze in den Großmarkt, neue Putzgerätschaften besorgt, und schwupps vollbepackt mit dem nächsten 101 in die Esslinger Weststadt und heim. Geht! Aber das nächste Mal erkundige ich den inhabergeführten Baumarkt am Rande in Oberesslingen – Kette muss ja nicht immer sein.

Braungrünblau positiv

4. September 2009 | Beitrag kommentieren »

Es ist Wahlkampf, und die Kandidatin soll, wie alle in der Politik, vor allem eines sein: positiv. Positive Botschaften für die Bürgerinnen und Bürger! Gut drauf sein! Lächeln! Eigentlich kein Problem. Außer wenn ich ab und an  genervt bin, bin ich glaube ich ein freundliches Wesen und gehe offen auf  Menschen zu.

Hier darf ich mal ganz unpositiv jammern: Den Dienstag beschließe ich nach unserem Esslinger Nachmittag mit Cem Özdemir mit einem Nachbarschaftsbesuch in Stuttgart: In den Wagenhallen beim Abend mit Cem, Renate Künast und Murat Topal.

Prima Sache das. Leider bleibe ich auf dem Rückweg mit dem Fahrrad an den Wagenhallen zunächst im Schlamm stecken. Dann kapituliere ich vor der abschreckenden Unwirtlichkeit der ‚Wir warten auf Stuttgart 21′-Brache und weiche auf die Heilbronner Straße aus. Dort will der fahrradvernachlässigende schwäbische Verkehrsplaner mich aber nicht haben. In der völlig ungeeigneten, glatt gefliesten und spiralförmig steilen Fußgängerunterführung, in die ich baulich und laut Beschilderung gezwungen werde, legt es mich im  Fußgänger-Gegenverkehr hin.

Nicht schlimm. Aber ärgerlich. Warum gibt’s keinen Fahrradweg? Mit grünblauen Knien gibt es wohl auf die letzten Sommertage kein Röckchentragen mehr für mich. Und meinen einzigen freien Abend die Woche werde ich wohl mit Fahrrad-Entschlammung zubringen – was würden Sie sonst von mir halten ;-).

Rad-Zug-Kombi – für’s Egerland

28. August 2009 | Beitrag kommentieren »

Meine Auf-Termin-Eilende-Rad-Zug-Kombi optimiert sich immer mehr. Nicht nur S-Bahnen eignen sich gut zur Fahrradmitnahme, sondern auch alle neueren Regional- züge. Wenn ich doch mal alte Waggons vorfinde, muss ich lupfen, schwäbisch gesagt.  Außerhalb des Hauptberufsverkehrs und jetzt im Sommerloch rund um die Uhr ist immer genügend Platz, so dass ich niemanden störe.

Also eile ich gestern radelnd aus dem Büro, nicht ohne auf dem Weg zum Stuttgarter Hauptbahnhof minutenlang an fußgänger- und fahrradunfreundlich geschalteten Ampeln warten zu müssen. Und dann geht es flugs nach Wendlingen zur  Eröffnung des Vinzenzifestes. Das haben Flüchtlinge aus dem Egerland nach dem Zweiten Weltkrieg nach Wendlingen mitgebracht. Stadt und Festkomitee haben sich dieses Jahr ein modernisiertes Programm an neuen Orten einfallen lassen. Blasmusik auf gutem Niveau, eine witzige walisische Tanzgruppe und viele Wendlingerinnen und Wendlinger – kein schlechter Vormittag! Mit dem Rad statt zu Fuß in Wendlingen unterwegs zu sein spart mir dabei etwa eine Viertelstunde und ist einfach angenehm. Und am Sonntag komme ich wieder!