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Klimaschutz für umsonst: Tempolimit

29. September 2008

Das Klima schützen will heute angeblich jeder, zumindest jede/r PolitikerIn. Als deutschen Beitrag zum EU-Klimaschutzziel hat die schwarz-rote Bundesregierung beschlossen, dass wir 40% unserer CO2-Emissionen (die nach dem Kyoto-Protokoll klassifizierten Treibhausgasemissionen, gerechnet in CO2-Äquivalenten) bis zum Jahr 2020 verglichen mit 1990 einsparen müssen – ein gutes und ambitioniertes Ziel. Den schnellen Lackmus-Test für Klimaschützer bestehen jedoch weder Angela Merkel noch Sigmar Gabriel: Sie sind gegen ein allgemeines Tempolimit.
Ein Tempolimit von 120 km/h auf deutsche Autobahnen für alle die, die bisher noch rasen dürfen, würde 3 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Das mag sich angesichts von bundesweit insgesamt rund 860 Mio. Tonnen wenig anhören. Abgesehen davon, dass ein Tempolimit nachweislich die Zahl der Unfallopfer und der Staus verringert. Aber das wichtigste: Es ist die einzige relevante Klimaschutzmaßnahme, die man sofort und umsonst haben kann. Und das ist keine Nebensache.
Um unser Klima zu schützen und uns unabhängiger von steigende Öl- und Gaspreisen zu machen, müssen wir volkswirtschaftlich – Staat, Unternehmen und BürgerInnen – schnell investieren, und das nicht wenig. Das weiß jeder Häuslesanierer. Der Wissenschaftliche Beirat Agrarpolitik der Bundesregierung rechnet zum Beispiel die CO2-Vermeidungskosten für verschiedene Formen der Biomasse-Nutzung und kommt auf deutlich über 200 Euro pro Tonne bei der Erzeugung von Strom und Wärme in Biogasanlagen auf Mais-Basis. Auch wenn Holzhackschnitzeln mit unter 50 Euro viel besser liegen und diese Zahlen keineswegs in Stein gemeißelt sind: Das zeigt deutlich, dass wir es uns nicht leisten können, uns die 3 Mio. Tonnen CO2-Einsparung durch ein Tempolimit entgehen zu lassen.
Machen Sie also vor Ort mit Ihren Kandidaten den Klimaschützer-Lackmus-Test: Tempolimit!

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2 Kommentare zu "Klimaschutz für umsonst: Tempolimit"
  1. Ein Verbot der Hallenbeleuchtung auf dem Grünenparteitag würde 0,1 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Das mag sich angesichts von bundesweit insgesamt rund 860 Mio. Tonnen wenig anhören. Abgesehen davon, dass ein Verbot von Elektrizität auch nachweislich die Zahl der Unfälle der Elektriker verringert. Aber das wichtigste: Es ist die einzige relevante Klimaschutzmaßnahme, die man sofort und umsonst haben kann. Und das ist keine Nebensache.

    Mr.X | 10. November 2008
  2. Diese Idee mit dem Tempolimit finde ich überhaupt nicht gut. Sie wird nicht so effektiv sein, denke ich

    David | 12. Januar 2009
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