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Gemeinsam, nicht einsam

6. Mai 2009 | Beitrag kommentieren »

Falls Sie immer nur alleine im Auto zur Arbeit fahren: Es entgeht Ihnen viel. Im Winter vielleicht ein paar Viren (aber im Büro werden Sie ohnehin vollgeniest), aber es entgehen Ihnen auch interessante und nette Menschen.

Heute in der S1: Mit dem Rad unter dem Arm hechte ich in das, was das Fahrradabteil sein soll. Mein Hinterrad blockiert: Die Gepäckbefestigung hat sich mit Haken und Gummibändern in Speichen und Nabe verhakt und verwickelt. Ich ziehe und werkle – es klappt nicht. Ein junger Mann, von der Arbeit kommend und mit dem berühmten Migrationshintergrund, kommt zur Hilfe. In einem Kraftakt, bei dem er sich die Hände völlig mit Öl beschmiert, befreit er mein Rad. Szenenapplaus im Abteil. Danke!

Von Süden her ungünstig

2. Mai 2009 | Beitrag kommentieren »

Nach einem familiär in München verbrachten Feiertag breche ich heute morgen auf, um ab 12h meinen Dienst am Infostand zur Kommunalwahl und Europawahl in der Esslinger Fußgängerzone zu versehen. Von Süden Esslingen anzufahren, und das am Samstag, ist nicht wenig aufwändig. Die Acht-Uhr-Züge sind mir zu früh. 9.23h in den Ersatz-IC (viele ICEs werden gewartet), in Ulm in den IRE, um 11.39h in Plochingen der abfahrenden S1 nachwinken und auf die nächste 29 Minuten warten? Oder in Plochingen ins Taxi steigen? Ich entscheide mich für den EC 9.40h, um ab Ulm über eine Stunde in der Regionalbahn zu sitzen. Beimerstetten, Westerstetten, Urspring – ganz nett eigentlich, und die RB Stuttgart-Ulm ist inzwischen meist ein recht schickes Zügchen. 12.21h bin ich da, die erste Infostand-Schicht hat gewartet.

Esslingen ist fast eine Großstadt und hat keinen eigenen Anschluss an den Schienen-Fernverkehr. Den kann auch ich nicht versprechen. Falls Stuttgart 21 kommt, hat es sich ganz erledigt. Aber ein stündlicher Anschluss der IC und EC am guten alten Bahnknotenpunkt Plochingen, jetzt und für die nächsten Jahre, wäre machbar. Der Landkreis ist dicht besiedelt, die Bahninfrastruktur ist da, es muss nicht alles über Stuttgart abgewickelt werden. Die ganz große Pro-Stuttgart 21-Koalition hat solche naheliegenden Verhandlungsziele gegenüber der Bahn wohl aus dem Auge verloren. Für den Kreis Esslingen mit seinen über 500.000 Einwohnern wäre der stündliche Anschluss in Plochingen ein habhafter Fortschritt.

Jungbürger im Taxi

16. April 2009 | Beitrag kommentieren »

Die Jungbürgerfeier für die 18jährigen der Gemeinde Köngen am 20. März war ein schöner Abend. Im wunderbar renovierten Schloss begegneten sich Bürgermeister Hans Weil, alle Gemeinderatsfraktionen, Vereine, das impulsgebende Jugendhaus und nicht zuletzt die Jungbürger/-innen. Nicht gerade der ganze Jahrgang, wie das Amtsblatt (26. März) bemerkte. Falls das nicht davon abhält, diese gute Idee fortzuführen, sollte das kein Problem sein: So frei, zu kommen oder eben nicht, sollen Jungbürger sein.

Nur mäßig frei können sich nicht-motorisierte Jugendliche, Bürger und Besucher Köngens angesichts des ÖPNV-Angebots fühlen: Ab 20h nur stündlich mit dem Linientaxi zum Bahnhof Wendlingen – bei einer Stadt mit fast 10.000 Einwohnern mitten im Ballungsraum! Vom nicht durchgezogenen Bustakt tagsüber und der miserablen Anbindung am Wochenende ganz zu schweigen. Das Linientaxi funktioniert soweit, schließlich bin ich damit plus Regionalexpress Richtung Stuttgart und S-Bahn gut nach Hause gekommen. Richtung Nürtingen – wichtig für junge Köngener – ist das Linientaxi aber nicht vertaktet.

Ein einladender Öffentlicher Verkehr sieht anders aus, fährt regelmäßiger und hat weniger Informationsaufwand. Wie das geht? Mehr dazu demnächst im grünen Programm zur Regionalwahl 2009!

Fahrrad-Frühling

18. März 2009 | 1 Kommentar »

Frisch, aber sonnig: Heute ist der richtige Tag, um wieder zur motivierten Alltags-Radfahrerin zu werden. Selbst im Rock wie heute. Bis in den Dezember reichte meine Fahrradlaune im alten Jahr, um im neuen jedoch vollständig zu versiegen. Nun habe ich endlich wieder frische Luft morgens um die Nase – vielleicht auch ein Modell für Sie?

Zurück mit ‘Demenz’ und Currywurst

12. März 2009 | 2 Kommentare »

Nach einer kleinen Pause: Dieser Tage zurückgekehrt aus Berlin im ICE-Sprinter: Nur 5h, bis Frankfurt non-stop, angenehme Atmosphäre, Zeitungen auch in der 2. Klasse – sehr empfehlenswert. Dabei lese ich in einem Rutsch ‘Demenz – Abschied von meinem Vater’ von Tilman Jens. Vielleicht ist es unpassend, mit diesem Buch in der Hand im ICE-Bistro eine Currywurst zu essen? Egal.

Ich bin berührt von einem Text, der in meiner Wahrnehmung viel liebevoller ist, als das Gros der Rezensionen meint. Der kleine Geschichten erzählt von der alten Riege westdeutscher Intellektueller, von Heimeligkeit und von böser Vergangenheit in der deutschen Provinz, Geschichten aus auch meinem Tübingen. Und der spricht von dem körperlichen und geistigen Verfall, den so viele Menschen bei ihren Angehörigen oder bei sich selber erleben. Teilen tröstet. Das ist meine Überzeugung. Von der politischen Dimension, der absoluten Unterversorgung vieler Demenz-Kranker, will ich jetzt gar nicht anfangen. Hier ein versöhnlicherer Bericht über die Causa Jens.

Viel

16. Oktober 2008 | Beitrag kommentieren »

Ein zweistündiger Termin am Montag in Berlin, 16h bis 18h. Dafür sitze ich elf Stunden im Zug. Ich bin froh, dass ich es ohne Flug regeln kann, selbst bei mir funktioniert das manchmal nicht. Wobei ich mir sicher bin, dass durch bessere Planung viele Flüge aus Berufs- oder Termingründen durch Zugfahrten ersetzt werden könnten. Allerdings kann ich dieses Mal die Zeit nicht vollständig zum Arbeiten nutzen: Erschöpft vom Landesparteitag am Wochenende bin ich wechselweise mit Dämmern, zwei Stapeln Zeitungen und dem Tourismusinfrastrukturförderprogramm des Landes Baden-Württemberg beschäftigt. Prima wie immer: das Frühstück im Zug. Und bis das wieder in meinem Blog auftaucht, hat die Bahn bestimmt auch die Frühstückskarte online gestellt.

Fahrrad-Mitnahme, die echte

9. Oktober 2008 | 4 Kommentare »

In ganz Baden-Württemberg kann man sein Fahrrad umsonst im Zug mitnehmen – ganz Baden-Württemberg? Nein, dank der Förderunlogik des Landes gibt es einen Strauß von Tarif- und Ausschlussregeln, die gerade den Gelegenheits-ÖPNV-Nutzern das Fahrradleben unnötig schwer machen. Als kundige VVS-Nutzerin habe ich es hingegen gut: Ich bin genial fahrrad-S-Bahn-kombimobil. Das VVS-Regeln kommen mir dabei nur selten in die Quere.
Heute morgen binnen 10 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit in den Landtag, nach Feierabend in 7 Minuten samt Fahrrad auf dem S-Bahnsteig. Mit den vorhandenen Aufzügen und Rolltreppen kein Problem. In der S-Bahn ist Platz für mich – trotz des Berufsverkehrs auf der Hinfahrt und der Wasen-Heimkehrer zurück. In Esslingen radele ich 10 Minuten zu meinem Termin hinter dem Ebershaldenfriedhof, zu Fuß bräuchte ich eine halbe Stunde. Zurück bringt mich die S1 bis fast nach Hause. Einen Parkplatz muss ich hier wie da nicht suchen. Auto fahren dauert länger!

Fahrrad-Mitnahme

2. Oktober 2008 | Beitrag kommentieren »

Spannend war es schon auf der Veranstaltung ‘Schluss mit der Atomlüge’ der Grünen Bundestagfraktion mit Fritz Kuhn und Franz Untersteller in Heilbronn – erstaunlich spannend dafür, dass jede/r weiß, dass wir Grüne gegen Atomkraft sind. Aber deswegen erst nach Mitternacht nach Hause kommen?
Nach der Veranstaltung unterhalte ich mich angeregt und muss mich beeilen, um den letzten Zug nach Stuttgart zu erreichen – 23.07h. Der hat 20 Minuten Verspätung wegen Anschlussaufnahme (so heißt das im Bahn-Deutsch) in Würzburg. Die Betroffenen haben sich sicher gefreut. Mich freut mein Kurzstrecken-Mobilitätserlebnis mit Erinnerung an Kindertage: Binnen drei Minuten eile ich vom Ratskeller zum Bahnhof, indem ein grüner Heilbronner Stadtrat mich auf dem Gepäckträger seines Fahrrades eigenfüßig dorthin strampelt. Um welchen der drei Herren – ich darf sagen: reiferen Alters es sich handelt, muss ich ja nicht verraten.

Entschleunigung

28. September 2008 | Beitrag kommentieren »

Manchmal geht’s nicht: Mangels Auto kann ich einen Termin nicht wahrnehmen. Beim Filder-Dank-Fest auf dem Hagenbrunnenhof bei Scharnhausen feiert die Schutzgemeinschaft Filder mit ihren Unterstützern ab 11h die erreichte Absage der zweiten Startbahn des Flughafen Stuttgart. Ich muss aber um 13.30h in Freudenstadt sein. Mit dem Auto ginge beides, mit dem Zug nicht, auch nicht mit einer langen Taxi-Fahrt bis Böblingen. So fahre ich langsamer als mir lieb ist auf der Gäu-Bahn und Richtung Schwarzwald, immerhin in einem neuen Zug mit ruhigem Fahrwerk. So kann ich die wunderbaren Landschaften vor meinem Fenster genießen: den Stuttgarter Talkessel, ein Zipfel Filder, ein Stück Schönbuch, den Nordschwarzwald.

Bus fahren?

20. September 2008 | Beitrag kommentieren »

Mit dem Fahrrad morgens gerade einmal drei Minuten unterwegs zu einem Termin des grünen Landesverbands – wunderbar. Abends zu einer Feier nach Stuttgart-Uhlbach – geht so. Nach einer Viertelstunde mit der S-Bahn lässt der Anschluss-Bus in Obertürkheim zwanzig Minuten auf sich warten. Auf dem Dorfplatz von Uhlbach findet sich kein Ortsplan und fast kein Einheimischer. Irgendwann finde ich meinen Weg, den ich mir dummerweise nicht bei der Online-Fahrplanauskunft des VVS vorher hatte genau anzeigen lassen. Zurück nimmt mich jemand mit – ja, mit dem Auto.