17. Februar 2011 | Beitrag kommentieren »
Heute abend auf dem Weg zum Landtagswahl-Podium des Esslinger Gesamtelternbeirats in die Ex-Burgschule, seit gestern Katharinenschule. Gute, konzentrierte Bildungsdiskussion. Die schwarz-gelbe ‘Neue Werkrealschule’, die beständig neue Varianten erfährt, konnte nicht wirklich punkten.
Jedenfalls: Eigentlich wäre es eine ideale Fahrradentfernung. Aber durch die Altstadt kann ich nicht und über den City-Ring will ich nicht radeln. Drum fahre ich geschwind drei Haltestellen mit dem 103er Richtung Zell. Viertel nach sieben. 30 Fahrgäste. Davon 27 Frauen und drei Männer. Letztere alle unter 25. Ich frage mich: Ist Busfahren weiblich – und stelle fest: ja! Hier dazu die Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (was es alles gibt
).
28. Januar 2011 | Beitrag kommentieren »
Nacht war es gar nicht, aber dunkel, als ich heute abend die Waldorfschule Esslingen zum Gespräch besuchte. Zentrales Thema: Der Finanzierungsanteil des Landes bei den Schulen in Freier Trägerschaft ist rückläufig. Er unterschreitet den gesetzlichen Mindestkostendeckungsgrad von 70,5%, insbesondere für die Klassen 1-4, wogegen die Waldorfschulen vor dem VGH Mannheim klagen. Zwar hatten CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag 2006 den Umstieg auf 80% zugesagt, aber aus dem Versprechen wurde nichts. Da müssen wir wohl ran.
Die Pliensauvorstadt ist ganz gut im Busnetz angeschlossen. Aber nach 19h wird der Takt dünn. Nach dem Gespräch hetze ich zur Haltestelle. Kein Mensch da. Der 103er kommt um 19.31h, sagt der Aushang-Fahrplan. 19.35h, sagt die elektronische Auskunft auf meinem Handy. 19.38h: Ich laufe los im leichten Schneetreiben. 19:45h: Der Bus fährt an mir vorbei.
Mein Traum: Elektronische Abfahrtanzeigen mit Echtzeit flächendeckend! Oder wenigstens online.
24. Januar 2011 | Beitrag kommentieren »
Ich mag kein Bahn-Bashing. Ich poste keine Facebook-Meldungen und Tweets über meine aktuellen Verspätungen trotz der vielen Stunden, die ich in Zügen sitze. Denn im Schnitt ist die Bahn ein viel angenehmeres Verkehrsmittel, als die Nur-Auto- fahrerInnen und Vielfliegenden denken. Ich werbe für diese ökologischere Fort- bewegungsweise. Aber die Krise vom Sommerstress über die Berliner S-Bahn bis zum Winterchaos hat politische Gründe durch Bahn-Börsengangspläne und Investitions- planungen für Unnötiges statt Notwendiges. Drum darf ich jetzt mal jammern:
Vierter Advent, eine Fahrt ins Rheinland zu einem sehr schönen 80. Geburtstag. Aus dem Büro zum Hbf Stuttgart, wo erstmal gar kein ICE Richtung Mannheim fährt. In Köln habe ich 100 Minuten Verspätung. Was soll’s, Hauptsache gut angekommen. Zurück am Sonntag: Zwischen meinem Dorf und Köln bleibt die Regionalbahn liegen. ‘Wegen Weichenstörung’, also nicht gewarteter Weichenheizung. Ein zweiteiliger Zug ohne Schaffner. Ganz schön verloren sind wir im zweiten Zugteil. Die Heizung fällt aus. Die einzige Toilette auch. Durst. Habe Tee dabei, aber traue mich nicht zu trinken. Links und rechts fahren Züge im dichten Netz vor Köln-Deutz an uns vorbei. Drei Durchsagen in anderthalb Stunden. Dann darf der Zug endlich zurücksetzen und auf einem anderen Gleis nach Köln fahren. Grrr.
Weihnachten hingegen ist alles pünktlich. Ich bin weiterhin froh, dass ich kein Auto fahren muss. Aber es ist wichtig, dass politisch schnell für mehr Verlässlichkeit im System Bahn gesorgt wird, sonst gehen große Kundenstämme für die Bahn verloren.
19. Juli 2010 | Beitrag kommentieren »
Samstag: Auf zur ersten Diskussion über das grüne Landtagswahlprogramm. KandidatInnen und Kreisvorstände treffen sich in Stuttgart-Vaihingen in einem Tagungshaus Nähe S-Bahn Österfeld. Ich moderiere den Workshop zum Thema Wirtschaft, Arbeit und Energie. Dank der S-Bahn-Rampensperrung wegen Stuttgart 21 bzw. dank des Stuttgart 21-S-Bahn-Chaos nun vorerst dauerhaft geänderten Fahrplans der S 1 (dazu meine PM) gehen schonmal 10 Minuten Schlaf drauf: Da wir Esslinger am Hauptbahnhof von der S 1 ind die S 3 umsteigen müssen, verlängert sich die Fahrtzeit von 29 auf 39 Minuten – einerseits nicht viel, andererseits: +34%.
Zurück auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof nur Durcheinander: Gewohnheitsmäßig laufe ich mich vielen anderen Richtung Gleis 2/3 zum Regionalexpress Richtung Tübingen. Dank S21-Baustelle erwartet uns dort stattdessen die S 6 nach Weil der Stadt. Verwirrte Blicke. Manche steigen ein, weil sie sich an der S1 wähnen, und wieder aus. Hektisches Rennen Richtung Gleis 13/14. Im Zug lauthalses Schimpfen auf Stuttgart 21.
6. März 2010 | 2 Kommentare »
Inzwischen bin ich umgezogen und wohne nun in Esslingen ganz zentral und mitten im Leben gleich neben dem DICK. Das ist wunderbar und auch politisch-ehrenamtlich praktisch dank des kurzen Weges zur Volkshochschule Esslingen habe, deren Fördervereinsvorsitzende ich bin.
Umziehen ohne Auto und Führerschein ist ernsthaft schwierig. Ohne hilfsbereite Menschen mit Führerschein und eigenem oder gemietetem Fahrzeug geht es nicht. Zum Glück fanden sich davon genug für die kleinen und großen Transporte (Danke!).
Vieles habe ich auch ohne Auto erledigen können: Als per Bus in das Gewerbegebiet Esslingens reisende Kundin des örtlichen Möbelhauses. Als treue, Kleinmöbel zu Fuß tranportierende Kundin von Innenstadtgeschäften. Und mit einer Baumarkt-Tour durchs Neckartal: Mit der S-Bahn neckarabwärts nach Untertürkheim. Zu Fuß in den großen Baumarkt. Bauteile für meine Garderobe gesucht, Badzubehör und Pflanzen eingepackt. Mit dem einen Bus nach Obertürkheim und dort ohne Wartezeit in den berühmten O-Bus. An der Stadtgrenze in den Großmarkt, neue Putzgerätschaften besorgt, und schwupps vollbepackt mit dem nächsten 101 in die Esslinger Weststadt und heim. Geht! Aber das nächste Mal erkundige ich den inhabergeführten Baumarkt am Rande in Oberesslingen – Kette muss ja nicht immer sein.
15. September 2009 | Beitrag kommentieren »
SEV – Schienenersatzverkehr ist ein klassisches Bahn-Schreckenswort. Zum einen für Bahn-Kenner, denn sie wissen, was sie erwartet: Busfahren. Zum anderen für die Nicht-Kenner, die rätseln, was sich dahinter wohl verbergen mag.
Ich bin unterwegs nach Aalen, um auf Einladung der rührigen Grünen Jugend Ostalb zum Bundestagswahlkampf beizutragen: Als grüne Wirtschaftsexpertin spreche ich zu ‘Green New Deal – Grüne Jobs für die Region’. Meinen visuell gestützten Vortrag, mit dem ich im Wahlkreis in Wendlingen, Ostfildern und Neuhausen unterwegs war, habe ich für den Ostalbkreis angepasst. Die Atmosphäre ist gut, die Diskussion munter, der Bericht der Schwäbischen Post prima, und jedem Aalen-Besucher sei das Café Samocca wirklich wärmstens empfohlen.
Die Remsbahn wird ein halbes Jahr lang saniert, ganze Teilstrecken sind gesperrt. Ein hartes Los für die Berufspendler. Für mich eine Hürde, aber eine überwindbare: Eine halbe Stunde Regionalexpress nach Schorndorf, eine halbe Stunde in den dort sauber aufgereihten Bussen non Stop nach Schwäbisch Gmünd und eine halbe Stunde mit dem Zug nach Aalen. Es funktioniert reibungslos, ist aber anstrengend. Und im vollgestopften Bus kann ich weder telefonieren noch am Rechner arbeiten noch lesen – verlorene Zeit.
Die letzte Verbindung mit Expressbus kann ich nicht erreichen. Dass ich nicht im Dunkeln Regionalbus fahren muss, verdanke ich dem grünen Bundestagskandidaten Brian Krause, der mich im Auto mit zurück nach Stuttgart nimmt. Und wer je noch einmal vorschlägt, Schienenverbindungen durch ‘günstige Busverbindungen’ zu ersetzen, möge den physischen und psychologischen Komfort-Unterschied bitte selber testen!
4. September 2009 | Beitrag kommentieren »
Es ist Wahlkampf, und die Kandidatin soll, wie alle in der Politik, vor allem eines sein: positiv. Positive Botschaften für die Bürgerinnen und Bürger! Gut drauf sein! Lächeln! Eigentlich kein Problem. Außer wenn ich ab und an genervt bin, bin ich glaube ich ein freundliches Wesen und gehe offen auf Menschen zu.
Hier darf ich mal ganz unpositiv jammern: Den Dienstag beschließe ich nach unserem Esslinger Nachmittag mit Cem Özdemir mit einem Nachbarschaftsbesuch in Stuttgart: In den Wagenhallen beim Abend mit Cem, Renate Künast und Murat Topal.
Prima Sache das. Leider bleibe ich auf dem Rückweg mit dem Fahrrad an den Wagenhallen zunächst im Schlamm stecken. Dann kapituliere ich vor der abschreckenden Unwirtlichkeit der ‘Wir warten auf Stuttgart 21′-Brache und weiche auf die Heilbronner Straße aus. Dort will der fahrradvernachlässigende schwäbische Verkehrsplaner mich aber nicht haben. In der völlig ungeeigneten, glatt gefliesten und spiralförmig steilen Fußgängerunterführung, in die ich baulich und laut Beschilderung gezwungen werde, legt es mich im Fußgänger-Gegenverkehr hin.
Nicht schlimm. Aber ärgerlich. Warum gibt’s keinen Fahrradweg? Mit grünblauen Knien gibt es wohl auf die letzten Sommertage kein Röckchentragen mehr für mich. Und meinen einzigen freien Abend die Woche werde ich wohl mit Fahrrad-Entschlammung zubringen – was würden Sie sonst von mir halten
.
28. August 2009 | Beitrag kommentieren »
Meine Auf-Termin-Eilende-Rad-Zug-Kombi optimiert sich immer mehr. Nicht nur S-Bahnen eignen sich gut zur Fahrradmitnahme, sondern auch alle neueren Regional- züge. Wenn ich doch mal alte Waggons vorfinde, muss ich lupfen, schwäbisch gesagt. Außerhalb des Hauptberufsverkehrs und jetzt im Sommerloch rund um die Uhr ist immer genügend Platz, so dass ich niemanden störe.
Also eile ich gestern radelnd aus dem Büro, nicht ohne auf dem Weg zum Stuttgarter Hauptbahnhof minutenlang an fußgänger- und fahrradunfreundlich geschalteten Ampeln warten zu müssen. Und dann geht es flugs nach Wendlingen zur Eröffnung des Vinzenzifestes. Das haben Flüchtlinge aus dem Egerland nach dem Zweiten Weltkrieg nach Wendlingen mitgebracht. Stadt und Festkomitee haben sich dieses Jahr ein modernisiertes Programm an neuen Orten einfallen lassen. Blasmusik auf gutem Niveau, eine witzige walisische Tanzgruppe und viele Wendlingerinnen und Wendlinger – kein schlechter Vormittag! Mit dem Rad statt zu Fuß in Wendlingen unterwegs zu sein spart mir dabei etwa eine Viertelstunde und ist einfach angenehm. Und am Sonntag komme ich wieder!
23. August 2009 | Beitrag kommentieren »
Ein paar Tage Ostsee Anfang August war meine Urlaubsration diesen Sommer – in die Lübecker Bucht nach Timmendorfer Strand. Weiter im Osten ist es auch sehr schön, aber im Wahlkampfjahr ist mir das zu weit (eigentlich möchte ich ja gerne Mal mit dem Zug zur Danziger Bucht) .
Leicht anstrengend ist der Kurztrip doch (vgl. das Nordsee- und Rheinland-Hopping 2008): Freitags in aller Frühe auf den mit uralten Waggons bestückten Regional- express über Hohenlohe nach Würzburg. Nach gut zwei Stunden bin ich pünktlich um zehn bei der Trauung von lieben Freunden im schönen Würzburger Rathaus. Zur Feier ins nahe gelegene Reichenberg bringt uns ein gar nicht so teures Taxi.
Am Samstag nachmittag sind wir nach nur dreieinhalb Stunden angenehmer ICE- Fahrt im vom CSD gut gefüllten Hamburg: Freunde treffen, die schöne Stadt genießen. Und am nächsten Mittag nach 50 Minuten plus 30 wegen Weichen- problemen in Timmendorf – jetzt erstmal Fischbrötchen essen und sich am Anblick des Meeres erfreuen! Ok, Wellen gibt’s gerade keine, aber dafür ist die Ostsee so warm und ruhig, dass wir auch bei Nieselregen hineinhüpfen können.
Der Rückweg ab Dienstag nachmittag könnte recht bequem sein, aber ich nehme lieber meinen üblichen Umweg, Regionalbähnchen inklusive, über mein Heimatdorf Erpel. Wie ich in einem Urlaub mit Auto mein Im-Zug-am-Notebook-sitzen-Wahlkampforganisations-Arbeitspensum erledigt hätte, weiß ich nicht.
26. Juli 2009 | Beitrag kommentieren »
Wie viele Infostände schaffe ich an einem Samstag? Zugegeben treibt diese Fragestellung nur ganz wenige, politlastige Menschen auf der Welt um. Vor der Kommunal- und Europawahl möchte ich im Wahlkreis präsent sein, meine Basispflichten in Esslingen erfüllen und ausprobieren, was im Bundestagswahlkampf ohne Auto möglich sein wird.
Ergebnis: Es geht erstaunlich viel. An einem Samstag Ende Mai beginne ich den Tag in Neuhausen nach netter Fahrt mit der Zacke plus Busfahrt ab Degerloch über die Filder. Ich bin weitgehend der einzige Fahrgast und komme im Morgenlicht in Urlaubsstimmung. Nach anderthalb Stunden ziehe ich per Bus weiter zum Einsatz in die Esslinger Fußgängerzone und denke unterwegs, dass ich bei optimalem Timing auch noch in Ostfildern-Nellingen hätte präsent sein können – oder ist das wahlkämpferische Überambitioniertheit?
Das Programm eine Woche später: Wendlingen um 8h, Köngen um 10h, Esslingen um 12.30h – geht! Dass ich eine Strecke von Wendlingen nach Köngen im Regenschauer doch nicht per Bus, sondern im Auto einer fürsorglichen Grünen mit ihrer wärmenden Strickjacke zurücklege, tut dem keinen Abbruch. Bin ja flexibel!