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Voith ist voll im grünen Bereich

16. Januar 2012

Heidenheimer Zeitung 12. Januar 2012

Voith Gruppenfoto

Vertreter der Fraktion GRÜNE im Landtag bei Voith Hydro (Foto: Voith)

Dem neuen Umweltminister Franz Untersteller reichten wenige Stunden, um ein fast pathetisch klingendes Fazit zu ziehen: „Voith“, so sein Eindruck nach einer Stippvisite in Heidenheim, „ist ein Juwel unter den Industriestandorten in Baden-Württemberg.“

Von Erwin Bachmann

Der Antrittsbesuch des Landesministers für Umwelt, Klima und Energie-wirtschaft im Hause Voith war eingebettet in die Winterklausur der Landtagsfraktion der Grünen, die in dieser Woche in Aalen über die Bühne ging, aber nicht auf den Schauplatz der Nachbarstadt begrenzt war. Im Rahmen des dreitägigen Programms schwärmten die Landtagsabgeordneten in die ganze Region aus, um sich vor Ort einen Eindruck vom Leben an der Basis zu verschaffen, also Unternehmen, kommunale Einrichtungen und soziale Projekte zu besuchen.

Den Tagungsort hat man nach Angaben des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann mit Bedacht gewählt. Schließlich gebe es in der Region Ostwürttemberg keinen grünen Landtagsabgeordneten, und so sei es für die Grünen wichtig, Präsenz zu zeigen. Zudem sei darauf zu achten, nicht zu Stuttgart-lastig zu werden und auch in den ländlichen Raum hinauszugehen – denn die Stärke von Baden-Württemberg seien die Regionen.

Mit auf dem Heidenheimer Besuchsprogramm stand die Voith GmbH, ein Flaggschiff der Wirtschaft, an dem am Mittwoch mit Umweltminister Untersteller einer der Kapitäne der neuen Regierungsmannschaft an Bord ging. Zusammen mit Fraktionskollegen und Heidenheimer Grünen-Politikern verschaffte er sich bei einem Betriebsrundgang und einem anschließenden Gespräch mit Vertretern des Voith-Managements einen Überblick über die im Hause Voith entstehende Technik – vor allem über jene, die dazu beitragen kann, langfristige Klimaschutzziele zu erreichen.

Baden-Württembergs Umweltminister will bei der Energiewende Gas geben. „Bis zum Jahre 2020 wollen wir 38 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen“, sagte Franz Untersteller nach seinem Besuch bei Voith vor der Presse. Der Ausbau der Speichertechnologie spiele bei dieser Zielsetzung eine sehr wichtige Rolle, und deshalb sei es für ihn wichtig, engen Kontakt mit Unternehmen wie Voith zu halten. Nach übereinstimmender Einschätzung mit der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Edith Sitzmann zeigt der Maschinenbaukonzern, dass Ökonomie und Ökologie nicht widersprüchlich seien, sich vielmehr ergänzten und zu einer Win-win-Situation führten.

Nach Unterstellers Eindruck ist Voith bestens aufgestellt, hat nicht nur auf den internationalen Märkten beste Chancen, sondern nimmt mit seinem Know-how auch im deutschen Kontext eine hervorragende Position ein. In diesem Zusammenhang hob das Mitglied im grün-roten Kabinett Kretschmanns die Nutzung der Wasserkraft als grundlegendes Ziel der Energiepolitik Baden-Württembergs hervor. Um hier alle Potenziale ausschöpfen zu können, habe man großes Interesse, mit Voith zusammenzuarbeiten.

Hohes Lob kam auch aus dem Munde von Andrea Lindlohr. Die Esslinger Wahlkreis-Abgeordnete ist stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im baden-württembergischen Landtag, deren wirtschaftspolitische Sprecherin und hält darüber hinaus als Patenschaftsabgeordnete für den Landkreis Heidenheim den grünen Draht nach Stuttgart. Für sie ist Voith ein hochglobalisiertes Unternehmen, das zeigt, wie Engagement auf Weltmärkten hilft, Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Beispielhafte Leistungen wurden auch auf dem Schlossberg gewürdigt, wo eine weitere Delegation grüner Landtagsabgeordneter zu Gast war. Im Rahmen dieser Kurzvisite in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik hoben die Gäste – darunter die parlamentarische Beraterin Leonie Dirks – die guten Strukturen zur Behandlung psychisch Kranker hervor. Im Blick auf eine anstehende politische Strukturdebatte über die Krankenhauslandschaft erkannten sie in der in Heidenheim praktizierten interdisziplinären Zusammenarbeit – unter anderem auch mit der Homöotherapie – ein förderungswürdiges Beispiel. Auch die zunehmend prekäre Entgeltproblematik wurde angesprochen. Nach Meinung der Grünen müssten Krankenhäuser mit einem besonderen und fortschrittlichen Leistungsportfolio in ihrem Engagement unterstützt werden. Die zunehmende Praxis einiger Kostenträger, medizinische Behandlungen und deren Bezahlung im Nachhinein in Frage zu stellen, wurde als problematisch eingestuft.

Bei der Heidenheimer Caritas informierten sich grüne Sozialpolitiker über die Arbeit im Bewohnertreff Wagnerstraße, wo überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund zu Hause sind, aber auch Menschen mit psychischen Krankheiten willkommen sind. Die in dieser Einrichtung mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer praktizierte Form der Integration wurde von den Gästen als richtig und gelungen beurteilt.

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