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Unternehmer fordern bessere Mobilität

14. März 2013

Eßlinger Zeitung vom 13. März 2013

WERNAU: Wirtschaftsjunioren diskutieren mit Landespolitikern über Verkehr und erneuerbare Energien

Zum regen Austausch zwischen Wirtschaft und Politik hatten die Wirtschaftsjunioren Esslingen am Montagabend ins Zerspanungstechnikunternehmen von Jürgen Prakesch nach Wernau eingeladen. Die Landespolitik wurde von den beiden Grünen-Abgeordneten Andrea Lindlohr und Andreas Schwarz (Grüne) vertreten.

Von Katja Eisenhardt

Gastgeber Jürgen Prakesch lud zunächst zu einem Rundgang durch die Produktionshalle seines Unternehmens ein: „So können wir Ihnen einmal die Problematik eines Industriebetriebs direkt vor Ort zeigen und nicht auf dem neutralen Boden des Stuttgarter Landtags.“

Sehr gern besuche man die wirtschaftliche Basis der Region, antwortete Andrea Lindlohr: „Uns interessiert, was Sie alle beschäftigt und welche Erwartungen Sie an die Landespolitik haben“, sagte sie gegenüber den anwesenden Vertretern der Wirtschaft. Viel Gesprächsbedarf gab es im Anschluss zu den Themenbereichen Finanzen, Wirtschaft und Energie oder auch zur Verkehrssituation im Land.

Gerade der Verkehrsbereich beschäftigte die Vertreter der Wirtschaft besonders. „Das ist ein sehr vielfältiges Thema“, sagte Andreas Schwarz. In Baden-Württemberg müsse der Verkehr stärker ökologisch ausgerichtet werden, um einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können. „Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist wichtig, sie muss aber immer auch finanzierbar sein“, fügte Andreas Schwarz hinzu.

Gerade was den Straßenbau im Land angehe, seien aktuell „35 Prozent der besonders dringlichen Maßnahmen noch nicht umgesetzt.“ Man habe eine Prioritätenliste erstellt, die nach und nach – je nach Verfügbarkeit der notwendigen finanziellen Mittel – abgearbeitet werde. Auch was den Schienenverkehr angehe, habe man „noch weitere Projekte in der Pipeline“, erklärte Schwarz. So beispielsweise die geplante Verlängerung einer Stadtbahnlinie bis zum Flughafen oder die Ausdehnung des S-Bahn-Streckennetzes bis Neuhausen: „Die Mobilität im Land muss gesichert sein.“ Der häufige Verweis auf die fehlenden finanziellen Mittel schmeckte den Wirtschaftsjunioren nicht so recht: „Die Bürger wollen nicht immer nur hören, warum etwas nicht geklappt hat, sie wollen eine aktive Politik sehen, in der lieber erst kleinere, aber dafür mehr Projekte umgesetzt werden, als gar nichts“, sagte Jürgen Prakesch.

Kritik an S-Bahn-Verbindungen

Auch sei die Mobilität keinesfalls so gut gewährleistet, wie sie es sein sollte, bemängelten die Wirtschaftsvertreter. So wurde unter anderem kritisiert, dass die S-Bahnverbindungen nicht gut zu den Busfahrplänen in Esslingen passen. Da gebe es verschiedene Verantwortlichkeitsbereiche, erklärte Andrea Lindlohr, möglicherweise müsse man das aber ändern. Positiv sei gerade für die Wernauer Unternehmen, dass die S-Bahn mittlerweile auch dort halte, fügte der Unternehmer Jürgen Prakesch hinzu. Auch wurde seitens der Wirtschaftsjunioren darauf hingewiesen, dass man bessere Bedingungen schaffen müsse, damit die Unternehmen im Land ihre Ware auch auf dem Schienen- oder Wasserweg transportieren können. Gerade das Schleusennetz auf dem Neckar sei dafür nicht ausreichend ausgebaut.

Standorte für Windkraft prüfen

Auch das derzeit in der Region sehr aktuelle Thema „Windkraft“ war Teil der Diskussionsrunde. „In dem Fall hat das Land richtig den Schalter in der Hand“, bekräftigte Lindlohr. Im Gegensatz zur Vorgängerregierung wolle man die Windkraftanlagen nicht mehr flächendeckend verbieten, sondern prüfe in Zusammenarbeit mit den Kommunen, wo diese Sinn machten.

Gerade im Hohenlohischen oder dem Ostalbkreis gebe es aufgrund sehr guter Bedingungen bereits interessierte Investoren. „Bis 2020 sollen zehn Prozent der Energie durch Windkraft erzeugt werden“, erklärte Andreas Schwarz die Zielsetzung der Landesregierung.

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