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Neulinge bleiben gelassen

20. April 2011

Esslinger Zeitung 29.3.11

KREIS ESSLINGEN: Die Grünen-Abgeordneten Andrea Lindlohr und Andreas Schwarz fühlen sich gut vorbereitet

Drei Grüne-Abgeordnete schickt der Landkreis Esslingen in den neuen Landtag. Einer sitzt schon ganz lange im Parlament und wird nun vermutlich Ministerpräsident: Winfried Kretschmann. Die beiden anderen haben erstmals ein Mandat erhalten: Andrea Lindlohr für den Wahlkreis Esslingen und Andreas Schwarz für den Wahlkreis Kirchheim.

Von Roland Kurz

„Ich fühle mich gut vorbereitet“, sagt die 36-jährige Esslingerin. Immerhin ist der Landtag für sie kein echtes Neuland, denn sie arbeitet dort seit acht Jahren als parlamentarische Beraterin der Fraktion der Grünen. Und seit sieben Jahren sei sie im Landesvorstand der Partei und gehöre somit zum erweiterten Führungskreis in Baden-Württemberg, meint sie selbstbewusst. Allerdings sei das Abgeordneten- dasein schon eine Aufgabe, die man sich besonders erarbeiten müsse. Denn es erfordere, noch mehr auf die Bürger zuzugehen. Auch davor ist ihr nicht bange, im Wahlkampf habe sie das schon ganz gut gemacht, findet sie. Als Abgeordnete steht Lindlohr ein Budget zu, um Mitarbeiter einzustellen. Mit 36 in die Arbeitgeber-Position zu kommen, bewertet sie als erfreulichen Kompetenzzuwachs. Wer ihr Esslinger Büro betreuen soll, wisse sie noch nicht. „Ich schau‘ mich um.“

Auf Ambitionen im grün-roten Regierungsapparat oder im parlamentarischen Bereich angesprochen, äußert sich Lindlohr zurückhaltend. Noch wisse man nicht, wer welche Ministerien übernehme, davon hängen wiederum die Besetzung der Ausschüsse ab, und bis deren Sprecher benannt würden, das dauere. Sie decke mit ihren Lieblingsthemen ein breites Spektrum ab und könne viel zu einer qualifizierten Arbeit in der Fraktion beitragen. Als Leitlinie hat sich Andrea Lindlohr vorgenommen, „immer darauf zu achten, dass ich Vertreterin für alle Bürger im Wahlkreis bin, nicht nur für die Menschen, die schon immer Grün gewählt haben.“

Als Andreas Schwarz in der Nacht auf Montag heimgekommen ist, hat er noch einmal Nachrichten angeschaut, ob es wirklich stimmt. Es ist wahr: Er zieht in den Landtag ein und seine Fraktion stellt wohl den Ministerpräsidenten. Nicht nur die Ruhe hat Schwarz mit Kretschmann gemeinsam, auch die Zuverlässigkeit. Gestern ist der Wirtschaftsjurist ganz normal in sein Büro beim Verband Region Stuttgart gegangen und hat Vertragsverhandlungen mit einer Firma geführt. Ganz alltäglich war‘s im Büro dann doch nicht: Seine Chefs haben ihm gratuliert, seine Arbeitsgruppe hat ihm einen Kulturgutschein geschenkt. Schwarz plant einen schnellen Abschied: „Ich bin darauf vorbereitet, dass ich in den nächsten Tagen in den Landtag wechsle.“ Als Mitglied in Kretsch-manns Spitzenteam könnte sich der 31-Jährige Hoffnungen auf einen Posten machen. Davon wollte er gestern nichts wissen: „Ich bringe mich ein, dränge mich aber nicht auf.“

Schon im April will er das Wahlkreisbüro in Kirchheim angehen, Personal hat er noch nicht. „Ich muss erst mal gucken, wie viel Geld man dafür bekommt.“ Ob er selbst mehr Geld verdient? Darüber habe er noch nicht nachgedacht. Wahrscheinlich schon, schließlich sei er aufgrund seines Alters bisher nicht in höheren Tarifstufen. Größere Auswirkungen auf sein Privatleben befürchtet Schwarz nicht. Bisher habe er als ehrenamtlicher Stadt- und Kreisrat schon viele Termine gehabt, jetzt könne er als Vollzeit-Parlamentarier seinen Terminkalender füllen.

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