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Nachhaltige Mobilität in Denkendorf

24. Februar 2020

Auf Einladung der Esslinger Landtagsabgeordneten der Grünen Andrea Lindlohr diskutierten Bürgermeister Ralf Barth, der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins Gerd Schmucker, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Regionalparlament und Verkehrsexperte Prof. Dr. André Reichel und Dominik Lindner von der Grünen Jugend darüber, wie eine nachhaltige Mobilität für Denkendorf aussehen kann. Über 50 interessierte Bürger*innen kamen dazu ins Kinder- und Jugendzentrum Focus.

Gerd Schmucker, Prof. Dr. André Reichel, Andrea Lindlohr, Dominik Lindner, Ralf Barth

„Denkendorf als starke Kommune braucht mehr Angebot im Öffentlichen Verkehr. Dafür geben wir aus der Landespolitik wichtige Impulse: Denkendorf profitiert von der VVS-Tarifreform, die die Tickets um bis zu 25 Prozent günstiger macht. Seit 2016 verbindet der Expressbus X10 Denkendorf bequem und zügig mit Kirchheim und dem Flughafen. Wir finanzieren die Hälfte des Zuschusses für den X10 aus dem Landeshaushalt und haben nun beschlossen, dies bis 2024 zu verlängern“, betont Andrea Lindlohr.

Für eine nachhaltige Mobilität in den verschiedenen Ortsteilen in der Gemeinde ist der Denkendorfer Bürgerbus unverzichtbar. Die Kommune war eine der ersten in Baden-Württemberg, die einen solchen beantragt hat und seit 10 Jahren ehrenamtlich betreibt. „Wir befördern mit 34 ehrenamtlichen Fahrer*innen 500 bis 600 Fahrgäste im Monat. Vor allem ältere Menschen, die zu Arztterminen müssen oder ihre Besorgungen erledigen, nutzen den Bus“, sagt der Vorsitzende des Denkendorfer Bürger-Busvereins Gerd Schmucker. Er wünsche sich, dass sich der Bürgerbus noch weiter entwickle und ihn auch jüngere Menschen nutzen. Das Land fördert die Neuanschaffung eines Busses mit über 35.000 Euro und gibt einen Zuschuss für die Verwaltungskosten.

Ein wichtiger Punkt auf dem Podium und für die Zuhörer waren engmaschigere Verbindungen, dichtere Takte sowie auch schnellere und direktere Verbindungen in öffentlichen Personennahverkehr von und nach Denkendorf.Verkehrsexperte und Regionalrat Prof. Dr. André Reichel setzt dabei kurzfristig auf mehr Busse: „Die können im Vergleich zu einer Schiene sehr schnell innerhalb von zwei Jahren installiert werden. Sie dürfen dann aber auch nicht im Stau stehen.“ Dies geschehe leider sehr oft bei der Buslinie 119; der Bus käme fast nie pünktlich, wurde aus dem Publikum laut.

Dominik Lindner von der Grünen Jugend fordert eine bessere Bus-Anbindung der Wohngebiete. „Bestehende Wohngebiete wie die Langen Äcker und geplante Neubaugebiete sind komplett vom 119er Bus abgehängt.“ Bürgermeister Ralf Barth sieht die Möglichkeit, dass mit einer zusätzlichen Haltestelle an der Kreuzung Lange Äcker und Uhlandstraße das Gebiet besser mit dem Bus erreicht werden kann. Gleichzeitig werde man ebenso die Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Landkreis nutzen, um den Busverkehr zu stärken und ein Mobilitätskonzept für Denkendorf erarbeiten – dies auch gerade mit Blick auf die geplanten Neubaugebiete.

Aufgrund der Topografie hat es der Radverkehr in Denkendorf nicht gerade einfach. Deshalb möchte Dominik Lindner, dass E-Bikes angeboten werden: „Damit wird es leichter vom Unter- ins Oberdorf zu kommen.“ Ein Ärgernis für viele Radler sind die verschmutzen und oft schlecht befestigten Feldwege auf den Fildern, die zugleich auch Radwege sind.

Wie kann Denkendorf, das bis 1978 mit der END-Straßenbahn einen Schienenanschluss hatte, wieder an sie angeschlossen werden? „Die Region untersucht gerade, welche Möglichkeiten es gibt, die verlängerte S-Bahn nach Neuhausen von dort hinab ins Neckartal zu führen. Eine Variante dabei ist, dass die Strecke durch das Körschtal über Altbach nach Plochingen führt“, erklärt Regionalrat André Reichel. Die Strecke habe das größte Potenzial an möglichen Nutzer*innen, sei aber auch gleichzeitig sehr teuer.

Für Bürgermeister Ralf Barth liegt dies zwar noch in weiter Ferne, aber er stellt klar: „Denkendorf braucht diesen Schienenanschluss dringend, auch wenn die Herausforderungen und Auflagen bei einer Streckenführung durch das Körschtal sehr hoch sein werden.“

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