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Heimspiel für Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der WLB

8. März 2016
Die Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr und Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Gespräch mit Stefan Siller.

Die Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr und Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Gespräch mit Stefan Siller.

Aus der Eßlinger Zeitung vom 7. März 2016 von Peter Dietrich

ESSLINGEN: Heimspiel für Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der WLB

Die 460 Plätze im Schauspielhaus der Württembergischen Landesbühne waren fast durchweg belegt – für Ministerpräsident Winfried Kretschmann war sein Wahlkampf-Auftritt in Esslingen ein Heimspiel. Und er zeigte sich entspannt, sein Vorrat an spritzigen Bemerkungen schien unerschöpflich.

Die unaufgeregte Moderation von Stefan Siller machte es Kretschmann und der grünen Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr leicht. Siller reichte viele Zuhörerfragen weiter und erinnerte an Kretsch­manns Lehrer-Zeit am Esslinger Theodor-Heuss-Gymnasium. Er werde „einen Teufel tun, das Gymnasium zu schwächen“, betonte der Ministerpräsident. Weil es gut sei, schicke auch die Oberschicht ihre Kinder dorthin und nicht wie in Frankreich auf teure Privatschulen: „Das ist für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft ein unermesslicher Wert.“

„Ich bin sehr stolz drauf, wie diese Stadt sich verhält“, sagte Lind­lohr mit Blick auf die Flüchtlingskrise. Werde der Klimawandel nicht begrenzt, kämen zu weltweit 60 Millionen Flüchtlingen noch Millionen hinzu, fürchtet Kretschmann und fordert: „Wir müssen alle Kräfte, alle Leidenschaft reinsetzen, damit die Krise europäisch gelöst wird, weil sie nämlich national gar nicht gelöst werden kann.“ Außer in den vergangenen 70 Jahren sei Europa ein kriegerischer Kontinent gewesen: „Da steht unheimlich viel auf dem Spiel.“

Fremdenfeindlichkeit müsse man ernstnehmen, fordert Kretschmann: „Wir müssen versuchen, dass sich das nicht in die Mitte der Gesellschaft vorfrisst.“ Es gebe berechtigte Ängste vor Übergriffen auf Frauen oder Brandsätzen auf Unterkünfte, aber auch diffuse, unnötige Ängste wie die vor einer Islamisierung: „Das wird es nicht geben, eine säkulare Gesellschaft lässt sich nicht islamisieren.“

Wie abhängig ist der Ministerpräsident von Handy und Technik? „In so einem Amt wird einem alles abgenommen. Nach zehn Jahren muss man wohl das Telefonieren wieder lernen“, sagt Kretschmann. Dies geschehe nicht, um ihn zu verwöhnen, sondern um seine Arbeitskraft maximal zu nutzen. Auf Anspielungen der Jungen Union auf sein Alter antwortete Kretschmann, Jahrgang 1948, mit Blick auf den US-Gouverneur Jerry Brown: „Der ist zehn Jahre älter als ich und ein Kraftpaket. Das ist eine Frage des Willens und der Leidenschaft.“

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