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Heidenheim als Schrittmacher in Richtung Energiewende

28. August 2012

Heidenheimer Zeitung vom 13. August 2012

Sommerzeit, Reisezeit. Dies gilt auch für Politiker aller Couleurs, die den parlamentarischen Leerlauf gerne nutzen, der politischen Basis die Aufwartung zu machen. Mit dabei: die grüne Patenschafts-Abgeordnete Andrea Lindlohr.

Von Erwin Bachmann

Für die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion hatte ihre jüngste Visite in Heidenheim allerdings mehr als nur den Charakter eines Pausenfüllers. Ihre politisch motivierte Reiselust stellte die um kommunalpolitische Rückkopplung bemühte Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Esslingen schon vor der Sommerpause unter Beweis. Als Patenschafts-Abgeordnete war sie seit der in Baden-Württemberg vollzogenen grün-roten Wende bereits zum vierten Mal im Landkreis Heidenheim zu Gast, um auf diese Weise den grünen Draht nach Stuttgart aufrecht zu erhalten, wo die Partei nicht direkt mit einem eigenen Abgeordneten vertreten ist.

Ihrem eigenen Eindruck zufolge erlebt Lindlohr diesen von ihr betreuten Wahlbezirk als eine Landschaft, in der sich viel bewegt.„Es gibt hier viele Impulse,“ urteilte die 37-Jährige bei einem Redaktionsbesuch im Pressehaus Heidenheim zusammen mit dem örtlichen grünen Kreistags-Fraktionschef Michael Sautter und führte dabei als aktuelles Beispiel die Anstrengungen beim Ausbau regenerativer Energien an. Im Blick auf die Teilfortschreibung des Regionalplans findet sie es beeindruckend, wie schnell hier der ins politische Spiel gebrachte Ball der Windkraft aufgenommen worden ist.„Wir setzen dabei nicht nur auf die Stromautobahn von Nord nach Süd, sondern auf eine dezentrale Stromerzeugung“, so die Wahlkreis-Patin, die in einem hohen Eigenversorgungsgrad einen wichtigen Beitrag für die angepeilte Energiewende sieht: Davon profitiere das Land und auch der Kreis Heidenheim.

Heidenheims Alt-Grüner Michael Sautter sieht in der Windkraft ein ur-grünes Thema und erinnert sich noch gut daran,„wie man früher darüber gelacht hat, was heute längst zum Selbstläufer geworden ist“. Er sieht es als erfreuliche Entwicklung, dass Windkraft aktuell in allen Gemeinden auf Akzeptanz stößt, und kündigte an, dass die Grünen den von sicher noch manchen Herausforderungen begleiteten Prozess der Standortwahl weiter aktiv begleiten werden. Beide, Sautter wie Lindlohr, zeigen sich zuversichtlich, dass auf diesem Gebiet in den Regionen Ostwürttemberg und Hohenlohe mehr geschehen wird als anderswo.

Die Schulentwicklung ist ein weiteres Schwerpunktthema grün-roter Politik, und die kommt nach Einschätzung von Andrea Lindlohr gerade in Heidenheim gut voran. Als gutes Beispiel sieht die Abgeordnete die Friedrich-Voith-Schule, die als eine der Starterschulen im Land als Gemeinschaftsschule genehmigt worden ist. Hier habe Heidenheim die im Zuge der Schulreform gebotene neue Freiheit genutzt und nehme damit eine Pionierrolle ein.„Wenn das gut ankommt, hat das Ausstrahlung,“ so dieübereinstimmende Erwartung Lindlohrs und Sautters, der sich überdies erfreut zeigt, dass sich Heidenheims Oberbürgermeister gegenüber der schulpolitischen Neuerung aufgeschlossen zeigt:„Das ist für die Stadt Heidenheim ein wichtiger Meilenstein.“

Einen wichtigen Impuls für die Stadtentwicklung Heidenheims erwartet sich das Grünen-Duo von der auf Landesebene jüngst bekannt gegebenen Auflösung des Heidenheimer Gefängnisses.„Es ist gut, dass diese lang in der Schwebe stehende Entscheidung jetzt so zackig getroffen wurde,“ urteilt Lindlohr und ist zusammen mit ihrem Parteifreund gespannt, was sich daraus entwickeln wird. Sautter hält die von OB Ilg in die kommunalpolitische Diskussion gebrachte Anregung, dort ein Medienzentrum zu errichten, für„keine schlechte Idee“, geht aber davon aus, dass es für diesen Standort auch andere, private Interessenten gibt.

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