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Erhalten, was uns erhält: Bei der Ingenieurkammer

25. Januar 2013
Auf der Mitgliederversammlung der Ingenieurkammer Baden-Württemberg

Auf der Mitgliederversammlung der Ingenieurkammer Baden-Württemberg im GENO-Haus

Am 26. Oktober 2012 sprach ich auf der Mitgliederversammlung der Ingenieurkammer Baden-Württemberg . Die Kammer ist die berufsständische Vertretung vor allem der Beratenden Ingenieurinnen und Ingenieure in Baden-Württemberg. Unter dem Motto „Erhalten, was uns erhält“ habe ich in meinem Grußwort gemeinsame Anliegen identifiziert, etwa bei der Sanierung unserer Gebäude und Infrastruktur, der Sicherung des Fachkräftebedarfs und der Umsetzung der Energiewende.

Den Volltext meiner Rede gibt’s hier:

 

Sehr geehrter Herr Präsident Wulle,
sehr geehrte Herren Engelsmann und Zenker, Herr Hils, Herr Sander,
liebe Kollegen aus dem Landtag,
liebe Ingenieurinnen und Ingenieure,

herzlichen Dank für die Einladung zu Ihrer Mitgliederversammlung. Als wirtschaftspolitische Sprecherin, aber auch als Sprecherin meiner Fraktion für Bauen und Wohnen fühle ich bei Ihnen gut aufgehoben. Viele Gesprächspartner hatte ich bereits auf Ihren inzwischen zahlreichen Veranstaltungen, mit denen Sie mit der Politik in Kontakt treten.

Spannend ist dabei immer, wie vielfältig Ihre Tätigkeiten sind: Von der Baustatik über die Elektrotechnik bis zur Landschaftsplanung und darüber hinaus. Gemeinsam ist Ihnen, aus einer Idee, einer geistigen Leistung, ein handfestes Produkt entstehen lassen. Sie sind also sprichwörtliche Tüftler und damit quasi Baden-Württemberg!

Die wirtschaftliche Lage ist aktuell nicht negativ, aber sie birgt einige Risiken. Die Euro-Krise hat uns ein historisch niedriges Zinsniveau gebracht, das gerade in der Bauwirtschaft die Gefahr einer Überhitzung in sich trägt.

Zudem ist in manchen Branchen der Fachkräftemangel schon greifbar. Wie brauchen Ingenieurinnen und Ingenieure, um unsere innovative und hochproduktive Wirtschaft aufrecht zu halten. Dabei bringt der demographische Wandel einen harten Wettbewerb um die weniger werden Jüngeren mit sich. Als grün-rote Koalition haben wir daher noch einmal zusätzliche Plätze für Studienanfänger geschaffen.

Auch Weiterbildung ist ein wichtiger Baustein, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Die grün-rote Landesregierung hat die Allianz für Fachkräfte ins Leben gerufen, an der Sie als Ingenieurkammer sich ebenso beteiligen wie an einzelnen Projekten wie ‚Frauen in MINT-Berufen‘. Herzlichen Dank, dass Sie sich dort einbringen.

Erhalten, was uns erhält ist ein zentrales Motto der Ökologiebewegung. Das gilt für unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Aber man kann es auch auf unsere dinglichen Lebensgrundlagen beziehen, und das bedeutet dann: die Sanierung des Bestehenden in den Fokus rücken.

Zu Beginn der Legislatur haben wir eine daher Sanierungsrücklage von rund 500 Mio. Euro gebildet, aus der nun Vorhaben finanziert werden. Allein die Mittel für die Sanierung von Landesstraßen haben wir im Haushalt 2012 auf 100 Mio. Euro verdoppelt. Bei den Bundesstraßen hat das Verkehrsministerium endlich eine Priorisierung vorgenommen, um die Planungen auf realistische Grundlagen zu stellen. Wir empfehlen dem Bund, ab 2014 mit den 10 am besten bewerteten Maßnahmen zu beginnen. Eine Herkulesaufgabe der Zukunft wird darüber hinaus sicher die Sanierung der Brückenbauwerke im Land sein.

Auch die Sanierung der Landesgebäude gehen wir mit mehr Mitteln an. Dabei muss der Staat nicht immer alles selber machen: Ich bin überzeugt, dass wir mit mehr Contracting Ingenieurwissen zulassen und hereinlassen sollten in die Verwaltungen.

Bei der der HOAI stellen wir auf Bundesebene ein gewisses Durcheinander fest. Die Zuständigkeit ist zwischen Bundesbauministerium und Bundeswirtschaftsministerium gewandert, und beim Gutachten zur HOAI gab es Verzögerungen. Wir wünschen sicher alle Bundeswirtschaftsminister Rösler, dass er bei der Novelle der HOAI nun das zügig vorrankommt. Wichtige Ziele sind dabei aus grüner Sicht die Qualitätssicherung und der Verbraucherschutz. Wir unterstützen daher Wiederaufnahme Beratungsleistungen und Bauüberwachung in den preisrechtlich geregelten Teil der HOAI.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind uns ein wichtiger politischer Partner. Wir wissen, dass Nachhaltigkeit Sie sehr beschäftigt. Dies kann ich alleine schon an den aktuellen Angeboten Akademie der Ingenieure ablesen, die Sie immer in Ihrer Zeitschrift veröffentlichen: Da gibt es den Energieberater, den Fachingenieur Energieeffizienz, den Fachplaner nachhaltiges Bauen und vieles mehr.

Ich wünsche Ihnen als Kammer und als Ingenieurinnen und Ingenieure alle Gute und immer weitere gute, kreative Ideen.

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