. . Startseite | Sitemap | Impressum | Anmelden

Grüne sehen die Bahn beim Filderbahnhof in der Pflicht

22. Januar 2015

Esslinger Zeitung vom 22. Januar 2015

OSTFILDERN: Kritische Töne beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes im Theater an der Halle

Von Elke Eberle

Eigentlich hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten und den anderen Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Esslingen zum neujahrsempfang des Kreisverbandes der Grünen in die Halle nach Nellingen eingeladen. Doch krankheitsbedingt musste er kurzfristig absagen. Es gab dennoch flammende Reden und viele Gespräche.

Die Esslinger Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr begrüßte die Gäste. Leider sei der Ministerpräsident krank, aber er sei als Gründungsmitglied eng mit dem Kreisverband verbunden. Die Region sei reich: „sie ist auch reich an einem Zusammenhalt zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.“ nach den Anschlägen von Paris seien alle nachdenklich geworden. Mit Blick auf Pegida und ihre Ableger betonte sie: „Wir müssen wachsam sein gegen Rückwärtsgewandtes Denken.“

Wichtig ist Lindlohr die Weiterführung der S-Bahn von Bernhausen über Sielmingen nach Neuhausen. Der Zeitplan hinkt inzwischen aber den ursprünglichen Planungen hinterher. Die Fertigstellung soll 2021 erfolgen, der Bund sagt seine Zuschüsse bisher aber nur bis 2019 zu. „Wir als Grüne werden alles dafür tun, dass das Projekt zustande kommt“, sagte Lindlohr.

Ostfilderns OB Christof Bolay begrüßte die Grünen und schnitt in einer prägnanten und witzigen Rede eine Menge an Themen an. Dazu zählt die Auszeichnung für die Grundschule in Ruit für ihr Energiemanagement, die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf e-Mobilität, die Gründung der Energiegenossenschaft, die bereits 1 Million Euro gesammelt hat, oder die Bürgerstiftung, eine der größten in Baden-Württemberg. Der Landtagsabgeordnete Andreas Schwarz aus Kirchheim betonte, dass für frühkindliche Bildung und Bildung an Schulen im aktuellen Haushalt sehr viel Geld zur Verfügung gestellt werde, allein 208 Millionen Euro gebe es für zusätzliche lehrerstellen.

Der Landesregierung sei es gelungen, in fünf Jahren drei Haushalte ohne neue Kredite zu realisieren. „Das zeigt, die grünen können mit Geld umgehen.“ ganz klar sieht der Verkehrsexperte seiner Fraktion bei der Optimierung des Filderbahnhofs die Bahn in der Pflicht. „Beim Themenfeld Stuttgart 21 gilt für uns der Kostendeckel.“ 930 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung, Verkehrsminister Hermann habe nun weitere Gespräche aufgenommen: „Das finde ich gut.“

Der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel aus Filderstadt ist Verkehrsexperte und bahnpolitischer Sprecher seiner Fraktion. er forderte: „Der Bund muss nun sagen, wie die Zukunft aussehen kann. Die Länder müssen, wenn der Bund nicht handelt, Schienenverkehr abbauen.“ Bei Pegida- Demonstrationen habe er Kontakt zu Teilnehmern gesucht: „gespräche waren schwierig. erschreckt haben mich die verschiedenen Verschwörungstheorien.“ Froh sei er, dass „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres gewählt worden sei. Ihm habe die Diskussion gezeigt, wie wichtig Grundrechte wie die Pressefreiheit sind. „es gibt eine Menge zu verteidigen, was gut ist in unserem Land“, betonte Gastel.

Der Neujahrsempfang des Kreisverbandes der Grünen findet jedes Jahr in einem anderen Teil des Landkreises statt. „Wir wandern im ganzen Kreis“, sagte Sonja Abele von der Kreisgeschäftsstelle. eingeladen werden immer verschiedene Organisationen. „Der Reiz eines solchen Empfanges ist, dass man viele Menschen zu einem lockeren Gespräch treffen kann“, sagte Kreisvorstand Uwe Janssen. Und je nachdem, wer da sei und mit wem man spreche, werde auch mal „was angestoßen, aber eher informell“.

Bisher keine Kommentare zu "Grüne sehen die Bahn beim Filderbahnhof in der Pflicht"
Leave a comment