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Gesehen: Der Baader Meinhof Komplex

5. Oktober 2008

Nur falls Sie es wissen wollten: Sie müssen den Film ‚Der Baader Meinhof Komplex‘ von Bernd Eichinger und Stefan Aust nicht gesehen haben. Zwar ziehen die vollgepackten zweieinhalb Stunden abgefilmter Ereignisse von Benno Ohnesorg bis Hanns Martin Schleyer schnell vorüber. Und wie erwartet ist Martina Gedeck eine großartige und glaubwürdige Ulrike Meinhof. Aber falls Sie sich filmisch mit diesem Aspekt deutscher Nachkriegsgeschichte beschäftigen wollen, schauen Sie klassisch Das Todesspiel von Heinrich Breloer, still und berührend Black Box BRD von Andres Veiel oder weniger bekannt Die innere Sicherheit von Christian Petzold. Denn ‘Der Baader Meinhof Komplex’ ist eine aussagelose Auflistung von Personen und Daten. So ist Vater Ensslin bekanntlich Pfarrer. Drum Michael Gwisdek den Satz “Ich gehe jetzt in die Kirche” ins Drehbuch geschrieben. Abgehakt. Bruno Ganz gibt als Horst Herold, einziger filmischer Repräsentant des Staates, ostentativ nachdenkliche Sätze über die Ursachen des Terrorismus von sich. Erledigt. Aber was waren die Probleme der BRD? Wie kam es zur RAF? Was war relevant am Konflikt zwischen Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin? Junge Leute, von denen ich viele dort gesehen habe, gehen aus dem Kino raus, wie sie reingekommen sind. Denn Explosionen und Maschinengewehr-Salven stehen in diesem Film in keinem tieferen Zusammenhang als in einem Durchschnitts-Action-Streifen. Schade.

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1 Kommentar zu "Gesehen: Der Baader Meinhof Komplex"
  1. Ich habe noch ein gutes Interview mit Stefan Aust, Arnulf Baring, Nadja Uhl und Gabriela Sperl gefunden: Das Historische Quartett

    Kathrin | 18. Oktober 2008
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