. . Startseite | Sitemap | Impressum | Anmelden

Für ein gerechtes Gesundheitssystem

17. September 2013
Wolfgang Latendorf, Jürgen Menzel, Andrea Lindlohr und Dr. med. Robert Eckert

Wolfgang Latendorf, Jürgen Menzel, Andrea Lindlohr, Dr. Robert Eckert

„Wir wollen die Zweiklassenmedizin abschaffen“ war die provokante Überschrift zu einer Podiumsdiskussion  im Stadthaus. Eine Bürgerversicherung, wie sie Bündnis 90/DIE GRÜNEN anstreben, wird in wichtigen Bereichen mehr Gerechtigkeit  in das Gesundheitssystem bringen und seine Finanzierung auf eine breitere und leistungsfähigere Basis stellen. Das ist die Überzeugung von Bundestagskandidat Jürgen Menzel und darüber herrschte nach fast zweistündiger Diskussion auf dem Podium und mit den Zuhörerinnen und Zuhörern Einigkeit.

Ungerechtigkeiten beklagte Menzel, unterstützt auch durch Berichte aus dem Publikum,  vor allem für die Praxis der Terminvergaben und dafür, dass Beiträge der Gesetzlichen Krankenkassen nur auf Erwerbseinkommen erhoben werden und nur für Einkommen unter der – für ihn zu nieder angesetzten -  Bemessungsgrenze.

Für Robert Eckert gibt es Zweiklassenmedizin höchstens bei der Terminvergabe in einzelnen Praxen. „Was die medizinische Versorgung anbelangt, haben wir in Deutschland ein sehr gutes System, das für alle die optimale Behandlung absichert“, betonte der Onkologe, der in Wendlingen mit einer Gemeinschaftspraxis niedergelassen ist. Auch auf Termine werde niemand länger warten müssen, wenn es um Lebenswichtiges geht, versicherte er. Skepsis äußerte er gegenüber der Aussage, eine Bürgerversicherung werde für Ärzte keine Einkommensnachteile bringen.

Keinesfalls solle eine neue Krankenversicherung, wie sie der VdK fordere, die Privaten Krankenkassen abschaffen oder gar eine Einheitskasse schaffen, erläuterte Wolfgang Latendorf als Kreisvorsitzender des VdK. Vielmehr solle das Zubuchen von Leistungen über eine Grundversorgung hinaus  bei allen Kassen möglich bleiben; Latendorf überspitzt: „Und wenn jemand im Krankenhaus abends eine Gutenachtgeschichte  braucht, soll er dazu eine Versicherung abschließen können“.

Moderatorin Andrea Lindlohr MdL steuerte souverän durch das breite Themenspektrum und berichtete selbst über die landes- und bundespolitischen Rahmenbedingungen der Krankenhauspolitik. Dabei übernahm sie den Part des landespolitischen Referenten, da der eingeladene Manne Lucha MdL kurzfristig hatte absagen müssen. Wolfgang Latendorf richtete abschließend noch einen Appell für den Erhalt der geriatrischen Rehabilitation im Landkreis Esslingen an das Publikum. „Drei bis vier Wochen Reha bedeuten anschließend ein bis zwei Pflegestufen weniger. Das sind erhebliche Kosten, die da die Krankenkassen den Pflegekassen ersparen“, erklärte er und legte damit auch gleich den Finger auf den Fehler in diesem System der unterschiedlichen Finanzierungstöpfe. Jedenfalls sei unbedingt anzustreben, dass nach der Schließung der Aerpha-Klinik an anderer Stelle im Kreis Geriatrische Reha neu angeboten werde. „Aus wirtschaftlicher Sicht – von der Lebensqualität will ich gar nicht reden.“

Bisher keine Kommentare zu "Für ein gerechtes Gesundheitssystem"
Hinterlasse einen Kommentar