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Esslinger Dialog zur Eurokrise

16. Juli 2012

 

Dr. Gerhard Pfister, Dr. Gerhard Schick und Bernd Haußels (v.l.)

Dr. Gerhard Pfister, Dr. Gerhard Schick, Andrea Lindlohr und Bernd Haußels (v.l.n.r.)

Die Esslinger Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr diskutierte mit Dr. Gerhard Pfister, Hochschule Nürtingen, Dr. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, und Bernd Haußels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.

Veröffentlicht in der ‘Zwiebel’ vom 19. Juli 2012

Zum dritten Esslinger Dialog kamen rund 60 Gäste in die Reichsstadt. „Wir brauchen eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte“, forderte Andrea Lindlohr. „Außerdem müssen wir unsere Staatsschulden abbauen, um weniger abhängig vom Finanzmarkt zu sein.“ Zur Haushaltssanierung in den Krisenstaaten erläuterte Bernd Haußels: „Bei jeder Unternehmensinsolvenz gewähren die Gläubiger dem Management eine Atempause, um wieder auf die Beine zu kommen.“ Weil ein Staat so viele Gläubiger habe, funktioniere das nicht. „Darum ist der europäischen Rettungsfonds ESM notwendig.“

Für Gerhard Schick geht der ESM nicht weit genug: „Mit 3,3 Billionen Euro steht Deutschland schon für die Krisenländer in der Haftung. Die Bundesregierung will zwar den Fiskalpakt, aber keinen Altschuldentilgungsfonds, um die Zinslast dauerhaft zu senken und das Geld zu sichern. Das ist so, als würden Sie sich einen Fahrradhelm aufziehen, um danach nur am Schreibtisch zu sitzen.“ Dr. Gerhard Pfister räumte ein, dass ein Tilgungsfonds den „Teufelskreis zwischen Staatsverschuldung und Wirtschaftskrise aufbrechen“ könne. Er dürfe aber nicht dazu führen, dass die Sparanstrengungen nachließen.

In der Diskussion sprach das Publikum die Rolle der Rating-Agenturen, die Verteilungswirkungen der Krise und das Demokratiedefizit der EU an.

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