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Diskussion über das Sterben

23. März 2015
"Menschenwürdig sterben" - Darüber diskutierten Susanne Kränzle, Claudia Schmolke-Bohm, Andrea Lindlohr, Dr. Ralf Jox und Dr. Ute Richter beim letzten Esslinger Dialog.

„Menschenwürdig sterben“ – Darüber diskutierten Susanne Kränzle, Claudia Schmolke-Bohm, Andrea
Lindlohr, Dr. Ralf Jox und Dr. Ute Richter beim letzten Esslinger Dialog.

Rund 100 Bürgerinnen und Bürger besuchten den Esslinger Dialog „Menschenwürdig sterben“ der grünen Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr, bei dem über Sterbehilfe und über die palliative Versorgung diskutiert wurde. „Für eine Begleitung des Sterbens müssen Hausärzte, Kliniken und Pflegedienste gut miteinander und mit den Schwerkranken und den Angehörigen zusammenarbeiten“, eröffnete Lindlohr den Abend.

Während die aktive Sterbehilfe in Deutschland verboten ist, gibt es zur passiven Sterbehilfe derzeit keine gesetzliche Regelung. Zehn von 17 Landesärztekammern untersagen jedoch den Ärzten die Beihilfe zum Suizid. Über eine Neuregelung stimmt der Bundestag im Sommer ab.

Der Münchner Medizinethiker Dr. Ralf Jox hat einen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe mitverfasst. Unter hohen Auflagen soll der assistierte Suizid einem Ärzte-Team und den Angehörigen erlaubt sein, allen übrigen jedoch verboten. „Manche Kranke wollen die Kontrolle darüber haben, wann und wie sie sterben“, sagte Jox. Gegen eine Erlaubnis für Ärzte sprach sich die Leiterin des Esslinger Hospizhauses Susanne Kränzle aus, da sie eine Ausweitung der Sterbehilfe befürchtet.

Claudia Schmolke-Bohm koordiniert die Spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) im Landkreis Esslingen:Die Podiumsteilnehmer des Dialogs: Menschenwürdig Sterben „Mit Hausbesuchen, guten Gesprächen und speziellen Leistungen können wir auf die Bedürfnisse der schwer kranken Menschen eingehen.“ Susanne Kränzle fordert eine bessere finanzielle Unterstützung der Hospize. „Wenn wir eine gute palliative Versorgung haben, dann gehen Suizidwünsche gegen null“, folgerte sie.

Als Fachärztin für Psychosomatik begleitet Dr. Ute Richter in Esslingen an Krebs erkrankte Menschen. „Schwerkranke brauchen ein funktionierendes Netzwerk. Oft können sie ihr Leben zum Schluss noch einmal selbst in die Hand nehmen.“ Sie forderte einen offeneren Umgang: „Wir müssen lernen, den Tod in das Leben zu integrieren“.

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