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Gelesen: Stuttgart 21, ein schwäbisches Sonderprojekt

6. Oktober 2008 | Beitrag kommentieren »

Gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: eine feine Doppelseite über das deutsche Schienennetz. Sie gibt eine Übersicht über bisherige politische Fehlentscheidungen und über die wichtigen Ausbau-Vorhaben, um mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Als nicht dringlich betrachtet der Autor Stuttgart 21, „der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof – ein schwäbisches Sonderprojekt und daher nicht in der Karte markiert.“ Auf dass diese Erkenntnis der FAS, bekanntlich kein grün-alternatives Kampfblatt, alsbald bei den zur Zeit Verantwortlichen im Bund landet. Und darauf, dass sie ihren Geldbeutel angesichts der zu erwartenden Kostensteigerungen bei Stuttgart 21 schließen und unsere örtlich-verbohrten Stuttgart 21-Freunde bald allein zu Hause sind.

Gesehen: Der Baader Meinhof Komplex

5. Oktober 2008 | 1 Kommentar »

Nur falls Sie es wissen wollten: Sie müssen den Film ‚Der Baader Meinhof Komplex‘ von Bernd Eichinger und Stefan Aust nicht gesehen haben. Zwar ziehen die vollgepackten zweieinhalb Stunden abgefilmter Ereignisse von Benno Ohnesorg bis Hanns Martin Schleyer schnell vorüber. Und wie erwartet ist Martina Gedeck eine großartige und glaubwürdige Ulrike Meinhof. Aber falls Sie sich filmisch mit diesem Aspekt deutscher Nachkriegsgeschichte beschäftigen wollen, schauen Sie klassisch Das Todesspiel von Heinrich Breloer, still und berührend Black Box BRD von Andres Veiel oder weniger bekannt Die innere Sicherheit von Christian Petzold. Denn ‘Der Baader Meinhof Komplex’ ist eine aussagelose Auflistung von Personen und Daten.  … weiterlesen »

Viel

16. Oktober 2008 | Beitrag kommentieren »

Ein zweistündiger Termin am Montag in Berlin, 16h bis 18h. Dafür sitze ich elf Stunden im Zug. Ich bin froh, dass ich es ohne Flug regeln kann, selbst bei mir funktioniert das manchmal nicht. Wobei ich mir sicher bin, dass durch bessere Planung viele Flüge aus Berufs- oder Termingründen durch Zugfahrten ersetzt werden könnten. Allerdings kann ich dieses Mal die Zeit nicht vollständig zum Arbeiten nutzen: Erschöpft vom Landesparteitag am Wochenende bin ich wechselweise mit Dämmern, zwei Stapeln Zeitungen und dem Tourismusinfrastrukturförderprogramm des Landes Baden-Württemberg beschäftigt. Prima wie immer: das Frühstück im Zug. Und bis das wieder in meinem Blog auftaucht, hat die Bahn bestimmt auch die Frühstückskarte online gestellt.

Fahrrad-Mitnahme, die echte

9. Oktober 2008 | 4 Kommentare »

In ganz Baden-Württemberg kann man sein Fahrrad umsonst im Zug mitnehmen – ganz Baden-Württemberg? Nein, dank der Förderunlogik des Landes gibt es einen Strauß von Tarif- und Ausschlussregeln, die gerade den Gelegenheits-ÖPNV-Nutzern das Fahrradleben unnötig schwer machen. Als kundige VVS-Nutzerin habe ich es hingegen gut: Ich bin genial fahrrad-S-Bahn-kombimobil. Das VVS-Regeln kommen mir dabei nur selten in die Quere.
Heute morgen binnen 10 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit in den Landtag, nach Feierabend in 7 Minuten samt Fahrrad auf dem S-Bahnsteig. Mit den vorhandenen Aufzügen und Rolltreppen kein Problem. In der S-Bahn ist Platz für mich – trotz des Berufsverkehrs auf der Hinfahrt und der Wasen-Heimkehrer zurück. In Esslingen radele ich 10 Minuten zu meinem Termin hinter dem Ebershaldenfriedhof, zu Fuß bräuchte ich eine halbe Stunde. Zurück bringt mich die S1 bis fast nach Hause. Einen Parkplatz muss ich hier wie da nicht suchen. Auto fahren dauert länger!

Für die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere: Die Arbeitswelt verändern

7. Oktober 2008 | Beitrag kommentieren »

Rund 45% aller Erwerbstätigen in Deutschland sind Frauen. Sechs von zehn Müttern und neun von zehn Vätern mit Kindern unter 15 Jahren arbeiten. Familie und Beruf gehen also irgendwie zusammen. Viele typische Frauen-Berufe setzen auf die Zuverdienerin wie die Verkäuferin in Teilzeit oder die Arzthelferin. Sie tragen zum Haushaltseinkommen bei, haben aber wenig Chancen, sich beruflich weiter zu entwickeln. 22% pro Stunde weniger als Männer verdienen Frauen in Deutschland, das ist beinahe EU-weiter Negativrekord.
Schwierig ist für Frauen die Vereinbarkeit von Familie und einem selbstbestimmten Berufsleben – die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere. Umgekehrt stoßen Männer, die sich mehr um Kinder kümmern wollen, auf Unverständnis in ihrem beruflichen Umfeld.
An zwei Stellschrauben müssen wir drehen: Wir brauchen eine bessere öffentliche Kinderbetreuung und Kinderbildung und wir müssen die Arbeitswelt verändern. Das Elterngeld ist im Grundsatz richtig, denn es verändert die Arbeitswelt.  … weiterlesen »

Fahrrad-Mitnahme

2. Oktober 2008 | Beitrag kommentieren »

Spannend war es schon auf der Veranstaltung ‘Schluss mit der Atomlüge’ der Grünen Bundestagfraktion mit Fritz Kuhn und Franz Untersteller in Heilbronn – erstaunlich spannend dafür, dass jede/r weiß, dass wir Grüne gegen Atomkraft sind. Aber deswegen erst nach Mitternacht nach Hause kommen?
Nach der Veranstaltung unterhalte ich mich angeregt und muss mich beeilen, um den letzten Zug nach Stuttgart zu erreichen – 23.07h. Der hat 20 Minuten Verspätung wegen Anschlussaufnahme (so heißt das im Bahn-Deutsch) in Würzburg. Die Betroffenen haben sich sicher gefreut. Mich freut mein Kurzstrecken-Mobilitätserlebnis mit Erinnerung an Kindertage: Binnen drei Minuten eile ich vom Ratskeller zum Bahnhof, indem ein grüner Heilbronner Stadtrat mich auf dem Gepäckträger seines Fahrrades eigenfüßig dorthin strampelt. Um welchen der drei Herren – ich darf sagen: reiferen Alters es sich handelt, muss ich ja nicht verraten.